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stoss sowohl auf der Saline Rappenau von einem, als im Dorfe
Rappenau von ein bis zwei Zeugen beobachtet worden ist.
Durch Vermittelung ferner von Herrn Pfarrer SCHUMANN in Bonfeld
erhielt die Erdbebenkommission bestätigende Nachricht aus
Wimpfen. Einer der Zeugen, Herr Kıryer, Angestellter der Saline
Wimpfen berichtet: „Morgens etwa 6®10‘, wo der erste Einbruch
der Wasser erfolgte, verspürte ich eine solche Erschütterung meines
Bettes, dass ich heraussprang und glaubte, es sei etwas im Hause
zusammengestürzt. Dieselbe Wahrnehmung machte ein Gast im
Mathildenbad.“
Herr Pfarrer Osıander aus Kochendorf berichtet: „Hier
wurde nicht bloss auf dem rechten, sondern auch auf dem linken
Kocherufer um die fragliche Zeit nach 6 Uhr morgens teils eine
recht merkliche Erschütterung (Erdbeben mit Wanken und Schwanken
der Zimmergerätschaften) verspürt, teils ein Getöse (schuss- und knallartig)
gehört.“ Von weiteren Orten des Bezirks war nichts in Erfahrung
zu bringen, als eine von Duttenberg berichtete Wahrnehmung:
„ein Getöse wie ferner Kanonendonner, das sich einigemal
wiederholte.“ Demnach haben die Erdbebenwahrnehmungen
eine Entfernung von 7 km (Dorf Rappenau) von der Saline Friedrichshall
nicht überschritten. Ein zweiter am Abend des 18. September
in Friedrichshall erfolgter Grubeneinbruch wurde gleichfalls
in Wimpfen und in Kochendorf als Erdstoss verspürt, wie Herr
Kızyer und Herr Pfarrer OsıanDErR übereinstimmend berichten.
Erdbeben vom 22. Januar 1896.
Am 22. Januar morgens nach 12% Uhr wurde das südwestliche
Deutschland mit einem Teile von Frankreich und der Schweiz von
einem Erdbeben heimgesucht, das an Grösse der Verbreitung für
diese Gegend einzig dasteht. Der östlichste und westlichste Punkt,
von denen der Berichterstatter bis jetzt Nachricht hat, Ulm und
Epinal, haben eine Entfernung von 225 km. KEbensogross ist die
Ausdehnung von W. nach NO., Belfort—Giromagny bis Schwäb.-Hall.
Eine Gesamtbearbeitung des Erdbebens kann sich erst auf
Grund der in den verschiedenen Staaten gemachten Erhebungen
ergeben. Die badische, elsass-lothringische, schweizerische und die
württembergische Erdbebenkommission sammeln jede in ihrem Teil
das Beobachtungsmaterial. Im folgenden geben wir eine Übersicht
über die aus Württemberg eingelaufenen Notizen. Bei der weiten
Verbreitung der Erschütterung war es nicht thunlich, durch Einzel-