Volltext: Romberg's Zeitschrift für praktische Baukunst : zur Kundmachung d. neuesten Erfindungen, Entdeckungen, Erfahrungen u. Ereignisse im Gebiete d. gesammten Hochbauwesens f. Architekten, Hochbauingenieure, Bauherren, Baumeister u. Bauhandwerker (Jg. 1879, Bd. 39, H. 1/24)

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Mittheilungen aus Vereinen, Schulen, Ausstellungen ꝛc. — Literaturbericht. 
fach Vor- und Hofgärten. Indolenz und Zeitverhältnisse ließen selbe dei welchen der letztere sich seiner Organisation und Zusammensetzung 
illmälig verkommen. aach nicht betheiligen kann. — 0. 
Schon Pompeji (anderer alter Städte nicht zu gedenken) hatte Die technische Hochschule in Hannover beging am 6. October 
seine Hausgärtchen; man hat bei neueren Ausgrabungen davon viel die feierliche Einweihung ihres neuen Gebäudes, zu welchem bekanntlich 
nufgefunden; bei Manchem ist noch ganz die Einrichtung zu erkennen; das Welfenschloß umgebaut worden ist. Geh. Reg.-R. Wehrenpfennig 
hedenkt man, daß das unglückliche Städtchen sehr volkreich war und vohnte, da der Cultusminister verhindert war, dem feierlichen Akte bei. 
starker Raummangel herrschte, so erscheint es um so löblicher, wenn Der französische Architekt Colibert hat, wie die V. 3. meldet, 
zuf die Anlage von Hofgärtchen fast obligatorisch, mindestens aus Usance on der spanischen Regierung den Auftrag erhalten, die Pläne zu 
gesehen wurde; diese pompejanischen Peristyli)-Gärtchen kann man sich »ꝛem Madrider Ausstellungs-Palast für das Jahr 1881 zu liefern. 
bei Anlage eines Hofgartens gegenwäͤrtig halten; nicht allein vom Der französische Minister der „öffentlichen Arbeiten“ hat bereits die ersten 
fanttärrn, auch vom ästhetifchen Standpunkte ist die Ver— brojekte von genanntem Architekten zur Prüfung und Weiterbeförderung 
zielfältigung solcher Anlagen wünschenswerth, und es sollte bei jddem iach Madrid, in Empfang genommen. 
Neubau darauf gesehen werden. Auch mit Vorgärten wurde in der Ausstellung von Gasmaschinen, Kochöfen, Brennern und 
Tity Wiens selbst schon bei Neubauten manch guter Versuch gemacht inderen Apparaten. Das Gas-Comité des Stadtraths von Notting- 
und in der Cottageanlage der Wiener Vororle (à la London ꝛc.) sind am (England) beabsichtigt vom 24. bis zum 29. November d. J. eine 
Vor- und Hofgärten allgemein. — — 
Sie verbessern und kühlen die Luft in den Zimmern und halten velche die Vortheile und Ersparnisse bei Verwendung des Gases für 
hdiese staubfreier, als wenn die Fronten der Häuser mit den Straßen- NMaschinen, zum Kochen, für häusliche und andere Zwecke zeigen. 
linien in Eins zusammenfallen; in den Vororten der Städte, wo die Der Ausstellungsraum, Gas und die Verbindungen werden gratis 
Bauplätze nicht so theuer sind, kommt es wahrlich auch auf die paar eliefert nnd Preise, bestehend in Medaillen und Verdienst-Zeugnissen, 
Duadraimeter, welche für den Vor- resp. Hofgarten erforderlich sind, bertheilt. Diejenigen, welche sich an der Ausstellung zu betheiligen 
schon nicht mehr an, wenn man die Vortheile derselben bedenkt. Nur eabsichtigen, erhalten gedruckte Bedingungen, den Vertheilungsplan 
muß man natürlich nicht zu viel verlangen und wissen, was man ür den Raum, sowie jede andere Auskunft auf Anfrage an den 
eigentlich will. Ganz kleine Hofgärten in hohen Nachbarhäusern — Wilson, General⸗ 
mit ihren hohen Feuermauern (Giebelmauern, Abschlußmauern ꝛc.) Direktor, pp. Secretair des Ausstellungs-Comités. 
fönnen eben ziemlich nichts anderes sein, als etwa Kies- und Wiesen— 
plätze mit Grenzgebüsch und Laubengängen, einigen Ruheplätzen und 
einem hübschen Rabatt mit einer effectvollen Gruppe von kleineren 
Zierkräutern; mit wenig Kosten kann man viel erreichen (z. B. Cameen, 
Zuflattich, Ricinus, Thujen, Bur, Rosenbäumchen, Fuchsiabäumchen ꝛc.); 
ür den Rasen wähle man je nach Bodenbeschaffenheit Sand- oder 
Raygras, Farrenkraut ꝛc. Für Hofgärtchen besonders empfehlen sich 
Wege in Cement oder Asphalt. Wo es thunlich, bringe man ferner 
in der Mitte eine Fontaine an und umgebe dieselbe mit hübschen 
kleinen Gruppen; die unschönen kahlen Nachbarswände suche man nach 
Sinholung der dazu nöthigen Bewilligung seitens des Besitzers mit 
Latienumgitterung, grün gestrichen und mit Rankengewächsen über— 
ogen, zu maskiren. Hof- sowie Vorgärten müssen, wie dies 
wohl schon aus der Natur der Sache hervorgeht, mehr architekto⸗ 
nisch und decorativ, als hortologisch und landschaftlich 
aufgefaßt werden. Große Bäume sind gewöhnlich unthunlich zu 
oflanzen, ausgenommen etwa zur Verdeckung der vorerwähnten kahlen 
Mauern; alle gewissen Schmutzorte in den Höfen müssen maskirt und 
durch Pflanzen wohlriechender Art möglichst unschädlich für die Ge⸗ 
ruchsorgane der den Garten benutzenden Personen gemacht werden; 
die geschützte Lage der Hofgärten, besonders an sonnigen Stellen, 
gestattet die Pflanzung so mancher exrotischer Vegetabilien, die sehr 
hiel Effect machen, z. B. californische Cypresse (OQupress. Lawson) ꝛc., 
ind die man anderorts nicht haben kann; überhaupt sehe man auf 
möglichst immergrüne Hölzer, um auch im Winter eine Annehm— 
lichkeit vom Garten zu haben. — Da hier der Raum nicht gestattet, 
über diesen, für die Baukunst doch etwas nebensächlicher erscheinenden 
Hegenstand näher sich auszulassen, so erlaube ich mir, die Leser auf 
zie unten angeführten Schriften zu verweisen.“? I. T. 
Oesterreichischer Ingenieur- und Architekten-Kalender 1880, 
on Prof. Dr. Sonnd orfer in Wien, Druck und Verlag von 
d. v. Waldheim. Um einen Taschenkalender einigermaßen richtig beur— 
heilen zu können, muß man denselben im Gebrauch gehabt haben, nur durch 
je mehrfache Benutzung lernt man die Vorzüge oder etwaige Schwächen 
ennen. Im Allgemeinen zeigt das genannie, jetzt bereits im 11. Jahr⸗ 
ang erscheinende Werk die übliche Einrichtung. Nach ziemlich aus— 
ihrlicher Mittheilung über die Gestirne folgt der reichlich bemessene 
ermin⸗ und Notiz-Kalender, demnächst weiß Papier und karrirtes 
zrojektirpapier, einige Vergleichungsmaaße, ferner ein, 171 Seiten 
mfassender wissenschaftlicher Theil und eine Anzahl Anzeigen. Aus⸗ 
ihrliche Munz: Maaß- und Gewichtstabellen erleichtern, namentlich 
ir die Oesterreicher, den Uebergang zum neuen Metermaß, sowie den 
Zergleich zu anderen Ländern. Mathematische, physikalische Notizen 
nd Tabellen schließen sich an. Besonders ausführlich ist der Ma— 
hinenbau und die allgemeine Baukunde nebst Preistarif behandelt. 
n letzterem Abschnitt ist besonders auch über Bauführung, die Be— 
tellzeit von Bauarbeiten, die Inventarisation von Gebäuden, Erleuch⸗ 
ung der Räume u. s. w. Ausführliches mitgetheilt. Die Mitthei⸗ 
ungen von Verordnungen und Gesetzen sind natürlich nur für In⸗ 
ander von praktischem Werth. Ganz eigenartig ist die Behandlung 
es Stampfer'schen Visirstabes zur Bestimmung des Rauminhalts von 
Fässern, Bottichen und prismatischen Körpern und die Mittheilung 
er Vorschriften über die Einrichtung, Aichung und Stempelung desselben. 
Venn wir unsere Wünsche für die Zukunft aussprechen sollen, so 
nd sie: Weglassung der Anzeigen innerhalb des Kalenders, da sie 
ehr wohl in einem besondern ausführlichen Heft beigegeben werden 
banen, welches nicht immer mitgetragen zu werden braucht und ferner: 
doch größere Aufmerksamkeit bei der Buchbinderarbeit. Für ein 
olches Buch ist das Beste in dieser Beziehung gerade gut genug. 
Non vergesse micht, daß es 1 Jahr lang bei fortwährendem Gebrauch 
orhalten soll. —0. 
Der Formenschatz, von Georg Hirth, Verlag von G. Hirth 
a Leipzig. Von diesem bereits bekannten Werke liegt nunmehr der 
. Jahrgang 1879 in 12 Heften vor. Es erscheint ein überaus 
erdienstliches Unternehmen, in öffentlichen und Privatsammlungen 
Formen zu suchen und die Schätze zu heben, um sie weiteren Kreisen 
kannt und zuganglich zu machen. Es sind hauptsächlich Kopien 
nach Meisterwerken des Alterthums oder des Mittelalters in der 
denaissance. Vielfach werden Facsimiles von Kupferstichen und Hand⸗ 
eichnungen dargeboten. Dürer und Holbein sind sehr reich vertreten, 
ber augy weniger allgemein bekannte Namen, wie Hans Burgmair, 
heter Flotner, Francort, Boucher u. v. A. Wir erhalten durch das 
Werk in Bild und kurzem Terxt auf dem Umschlage mannigfache Be— 
ehrung und vielfache Anregung, ja es ist sehr Vieles sogar für die— 
Mittheilungen über Vereine, Schulen. 
Ausstellungen ekc. 
Die im laufenden Jahre gebildete Vereinigung zur Vertre— 
tung bankünstlerischer Interessen, welche die namhaftesten Archi⸗ 
ekten Berlins zu ihren Mitgliedern zählt, hat die Herrn Orth, Otzen, 
Boekmann, v. Großheim, Kyllmann — Raschdorf und Luthmer in 
den Ausschuß gewählt. Vorsitzender ist Herr Raschdorf, Stellvertreter 
desselben Herr Orth, Kassirer Herr Kyllmann. Die Vereinigung be⸗ 
weckt die Wahrung und Förderung der Interessen des Berufs und 
oll gewissermaßen eine Ergänzung zum hiesigen Architektenverein bilden 
und in jolchen Fällen für speciel baukünstlerische Interessen eintreten, 
9 Peristyl war der eigentliche Gartenhof; Atrium nannte man den 
hordeten Theil, die oben offene Vorhalle (Gartengemach), stets mit Wasser⸗ 
eden in der Mitte oder Fontaine, Säulengängen, kleinen bosquetartigen 
VFruppen effectvoller Pflanzen, Statuen, Vasen ꝛc. 
2) Jäger, Herm., Gartenschriften. Leipzig, J. Weber. — Trzeschtik, L., 
Architekt, Gartenchriften. Wien, Hartleben. 3 Bde. — Schmidtkin. Garten⸗ 
ichriften ꝛe.
	        
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