Volltext: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 52, Bd. 11, 1892)

Columbus Weltausstellung in Chicago. -— Tie Thätigkeit der Bertiner Maurer 
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gerufen werden kann. Um sicher zu gehen, empfiehlt es sich, wandt werden. Ist die Verwendung von Cement aus irgend 
auf der Außenseite der Mauer eine Steinzackung anzubringen. welchen Geünden nicht angängig, so muß der Kalkmörtel durch 
Geschieht dieses, so muß jedoch darauf geachtet werden, daß der gecigliete Zzusabe in einen hudranlischen Mörtel verwandelt weerden. 
Zutritt von Tagewasser perhindert wird. Uehber die Verwendung von Isolirmitteln der verschiedensten 
In Faen n sollte mienlals reiner Kalkmörtel ver- Art soll bei späterer Gelegenheit geschrieben werden 
Columbus-Weltausstellung iun Chicago. 
Hierzu eine Abbildung. 
Das „Puck Building“, welches in perspektivischer Ansicht Keppler & Schwarzmann, welche den „Puck“ herausgeben, 
beistebend dargestellt ist, wird auf dem Raume zwischen dem wie auch die Werke von Joseph Keppler und anderer am 
Frauengebäude und dem Gebhäude für die Gartenbau-Aus- Puck mitarbeitenden Kün“ler ausgestellt. 
stellung aufgeführt. Tas Projekt zu dem Gebäude wurde In Verbindung mit „Puek“ wird sich auch die J. Ottmann 
bom Architekt Stanfort White entworfen. Das Gebäude wird läthographic Co. und R. Hoe E Co. (Druckpressen) an der 
aus Holz- und Steinmasse aufgeführt und ist reich an künst: Ausstellung betheiligen. 
lerischer Ausschmückung. Dasselbe wird eine Grundfläche von Die Zahl der am Ausstellungsplatze beschäftigten Arbeiter 
11664 Fuß engl. decken und vom Sockel zum Dachgesims 27 wurde im Verlaufe der letzten 2 Monate auf über 10000 
Fuß hoch. Tarin wird eine spezielle Ausstellungs-Ausgabe erhöht, um die noch im Bau begriffenen Ausstellungs-Gebäude 
der so allgemein beliebten humoristischen Zeitschrift „Puck“ bis zur Zeit der Einmeihungsfeter (21. Oktober) äußerlich 
hergestellt und allenfalls auch die Publikationen der Firma fertig zu stellen New-Norker Techniker.) 
— 
Das „Puck“Gebände auf der Cosumbus-Weltausstellung in Chicago. Architekt: Stanford White, New-Nork 
Die Thätigkeit der Berliner Maurer. 
Der gewaltige Aufschwung, den die Bauthätigkeit in Berlin 
n den letzten Jahrzehnten erfähren hat, ist nicht ohne Einfluß 
auf die Handfertigkeit und Geschicklichkeit der Berliner Maurer 
geblieben. Die aus den Provinzen nach der Reichshauptstadi 
kommenden Maurer sind zunächst nicht im Stande, mit ihren 
dameraden gleichen Schritt zu halten und gelangen erst nach 
ängerer Uebung dahin, es ihnen gleich zu thun. Besonders 
leistungsfähig sind die sogenannten „Schnurmaurer“, welche die 
Ecken der Gebäude, bei langen Mauern auch einzelne Zwischen— 
pfeiler „hochnehmen“ und den zwischen ihnen stehenden Maurern 
stets um 6bis 8 Schichten voraus sind Um mit diefen meist 
höher besoldeten Schnurmaurern gleichen Schritt zu halten, bedarf 
— bei zweclmäßiger Vertheilung dar Arbeitatrfteeiner fleten 
Arbeit die nur mit Anwendung der ganzen Kraft zu erledigen 
ist. Die in theils liegender, theils stehender Verzehrung aufge— 
führten Ecken dienen zur Befestigung der Schnur, nach welcher 
die Steine verlegt werden. Die Schnur wird von den Schnur⸗ 
maurern auf den Ruf „Schnur hoch“ um ie eine Schicht 254364 
Natürlich wird die Arbeit weniger gefördert, wenn auf Tage— 
lohn gemauert wird, während bei einer Bezahlung für jedes 
Tausend vermauerte Steine ein wenn auch nur minutenlanges 
Ruhen in der Mitte der Arbeitszeit gänzlich ausgeschlossen ist, 
zumal da jeder Maurer ein Interesse daran hat, die Anzahl der 
käglich zu verlegenden Steine möglichst zu erhöhen. 
Man kann annehmen, daß ein tüchtiger Maurer im Durch— 
schnitt täglich 5300 Steine vermauert. Diese Zahl wird bei Front— 
wänden mit vielen Pfeilern indeß nicht erreicht, weil das Zu— 
hauen der Steine, das Ablothen der Ecken, die Aufstellung der 
Lehrbögen und das Ueberwölben der Oeffnungen verhältnißmäßig 
zuviel Zeit in Anspruch nimmt. leberschritten wird die Zahl 
dagegen bei stärkeren vollen Mauern, (wie bei Giebelmauern), in 
denen 6—700 Steine zur Vermauerung gelangen. 
Rechnet man für einen Stein das Gewicht von 3, bis 4 kg. 
so hebt ein leistungsfähiger Maurer innerhalb einer Arbeitszeit 
von 10 Stunden eine Last von etwa 88 Centnern. Die körper— 
liche Anstrengung ist mithin, namentlich im heißen Sommer, keine 
geringe. Hierzu kommt noch, daß die meisten Maurer in den 
Rororten Berlins wohnen und krotz der günstigen Beförderund
	        
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