Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 55, 1899)

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Nachdem die Tagesordnung erschöpft war, dankte der Vor- 
sitzende, Prof. Dr. Kirchner, allen, die sich um das Zustande- 
kommen und den anregenden Verlauf der Generalversammlung verdient 
gemacht hatten, insbesondere dem Geschäftsführer Dr. Bilfinger, 
der unterstützt von Fabrikant Ludwig Link die’ Vorbereitungen 
in liebenswürdigster Weise übernommen hatte, dem Kgl. Rektorat 
der Realanstalt, dem städt. Oberbürgermeister, den Rednern, sowie 
auch den Veranstaltern der eingangs skizzierten Ausstellung. 
Der langen Sitzung schloss sich ein gemeinsames Mittagessen 
im schönen Gebäude der Harmonie an, an welchem auch Ober- 
amtmann Regierungsrat Maier und Oberbürgermeister Hegelmaier 
teilnahmen. In trefflichen Worten brachte Prof. Dr. Kirchner das 
begeistert aufgenommene Hoch auf Se. Maj. den König aus, während 
Prof. Dr. Lampert auf die gute Stadt Heilbronn toastete, die Vater- 
stadt Robert Mayer’s und die thätige Industriestadt, in welcher auch 
das Interesse an der Naturwissenschaft einen günstigen Boden findet. 
In freundlichen Worten der Anerkennung der Verdienste des Vereins 
sprach Oberbürgermeister Hegelmaier seinen Dank aus dafür, dass 
der Verein nach längerer Zeit wieder einmal Heilbronn zum Ort der 
Generalversammlung gewählt und brachte sein Glas dem ferneren 
Gedeihen des Vereins. Pfarrer Dr. Engel erfreute nach altem Brauch 
die Versammlung wiederum durch einen mit grossem Beifall auf- 
genommenen poetischen Willkommengruss und von der Moränen- 
landschaft Oberschwabens überbrachte Fabrikant Krauss von Ravens- 
burg poetische Grüsse an die unterländische Trias; wie dem Jura- 
geologen Engel, so sei auch ihm, dem Eiszeitmann, das sonnige Unter- 
land zwar ferner gelegen, aber selbst im Muschelkalk der Trias 
glaube er Spuren seiner geliebten Eiszeit zu finden. Die liebens- 
würdige Gastfreundschaft der Heilbronner hatte für die Anwesenden 
noch ein weiteres Vergnügen bereitet. Von mehreren Herren waren 
Landauer und Jagdwägen zur Verfügung gestellt worden, und in 
stattlicher Wagenfahrt fuhren nach dem Essen die Teilnehmer an 
der Generalversammlung durch die sonnige Landschaft am Trappensee 
vorbei nach Weinsberg mit seiner Weibertreu und wieder zurück 
über das Jägerhaus. Ein letzter Trunk im kühlen Ratskeller be- 
schloss den Tag, wobei Prof. Fraas nochmals der Freundlichkeit 
des Fabrikanten Ludwig Link gedachte, der in besonderer Weise 
sich um die Generalversammlung und den geselligen Teil derselben 
verdient gemacht hatte.
	        

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