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Verstäuben aller Antheren, wachsen die anfangs ganz kurzen, hellgrünen
Griffel heran, spreizen sich auseinander und entwickeln ihre
weisslichen Narben. Auf dem hellgrünen Diskus wird Nektar abgesondert;
die Staubfäden sind von grünlichweisser Farbe. — Nach
Hanysaıre (Beitr. z. Kenntn. d. Blütenombrophobie. Sitz.-Ber. der
kgl. böhm. Ges. d. Wiss. Prag 1896. S. 28) sind die Blüten ombrophob,
indem sich die Blütenstiele, solange noch Pollen in den Blüten
enthalten ist, bei Regenwetter abwärts krümmen.
S. macropetala KERNER stimmt, wie ich am 12. April 1900
an von SüNDERMANN bezogenen Exemplaren feststellen konnte, in
ihrer ausgeprägt protogynischen Blüteneinrichtung mit den übrigen
Arten der Gruppe Porphyrion, insbesondere mit S. biflora ALL.,
überein, doch hat sie grössere Blüten als diese, da der Durchmesser
ihrer geöffneten purpurnen Krone 14 mm beträgt.
23. Spiraea decumbens Kocn. Die weissen Blüten dieses
in den krainischen und lombardischen Alpen einheimischen Zwergstrauches
stehen in flachen Doldenrispen, deren oberer Durchmesser
ca. 30 mm zu betragen pflegt. Der Kelch der einzelnen Blüten hat
eine grüne trichterförmige Röhre von 2 mm Länge und einem ebenso
grossen Durchmesser der oberen Öffnung; die Kelchröhre trägt oben
5 dreieckige, ca. 1 mm lange Zipfel und im Schlunde einen nach
innen vorspringenden drüsigen Ring mit gekerbtem Innenrande,
welcher Nektar absondert und anfangs gelblichweiss, später nach
dem Verblühen rötlich gefärbt ist. Im Grunde des Kelches stehen
5 Pistille, welche ungefähr die Höhe der Kelchröhre haben; sie sind
anfänglich, solange sie von den Staubblättern verdeckt sind, grünlich,
färben sich dann aber immer mehr rot. Kine derartige Rotfärbung
der Fruchtknoten ist nach dem Abblühen auch an Spiraea
opulifolia L. (vergl. Kxurm, Handbuch II, 1, S. 385) beobachtet und
von F. Lupwie dahin gedeutet worden, dass sie unberufene Gäste
von den noch frischen unverfärbten Blüten abhalte. Die 20 oder
etwas mehr Staubblätter sind dem Kelche an der Aussenseite des
Ringes eingefügt, zuletzt ca. 2 mm lang, mit weissem Filament und
hellgelber, ebenso gefärbten Pollen entlassender Anthere. Zur Blütezeit
breiten sich die Kelchzipfel und die mit ihnen abwechselnden
weissen rundlichen, 2 mm langen Kronblätter horizontal aus, und
der Blütendurchmesser beträgt nun 6 mm. Wenn die Blüte aufgeht,
so sind, wie dies auch bei Spiraca sorbifolia L. (vergl. Knurtz,
II, 1, S. 383) der Fall ist, alle Staubblätter mit noch geschlossenen
Antheren nach innen in die Kelchröhre hinein gebogen und ver-