decken die Pistille, deren Narben jetzt bereits entwickelt sind. Allmählich
beginnen die Staubblätter, und zwar zuerst die vor den
Kelchzipfeln stehenden, sich aufzurichten und öffnen währenddem
ihre Antheren, die sich ringsum mit Pollen bedecken; sie spreizen
sich nach aussen ab und behalten diese Lage auch nach dem Abfallen
der Antheren bei. Auf diese Weise werden die Pistille allmählich
freigelegt, deren Narben während der ganzen Blütezeit und
selbst nach dem Abblühen der Staubblätter noch frisch aussehen.
Beim Aufspringen der Antheren kann sehr leicht spontane Selbstbestäubung
durch Herabfallen von Pollen auf die tiefer stehenden
Narben eintreten. Die Blüten haben einen schwachen Duft und
wurden im botanischen Garten zu Hohenheim, wo ich die vorstehenden
Beobachtungen am 21. und 25. Juni 1897 machte, von
1 Fliege und 1 Käfer besucht. — Nach Maxımowıcz (citiert von
Kozmne, Deutsche Dendrologie. 1893. S. 215 Anm.) kommt bei 8. decumbens
Kocm und S. lancifolia Hrrac. Verkümmerung des einen
Geschlechtes in den Blüten vor; doch fand ich (ebenso wie auch
KogHnE) nur Zwitterblüten.
24. Sorbus domestica L. Die Blüteneinrichtung dieser Art,
welche am 23. Mai 1892 im Hohenheimer botanischen Garten beobachtet
wurde, hat ebenso wie diejenige där beiden folgenden grosse
Ähnlichkeit mit der von S. aucuparia L. (vergl. Kxutz II, 1, 8. 394),
die von H. MöLLER beschrieben worden ist, nachdem schon SPRENGEL
(Das entdeckte Geheimnis, S. 269) Nektarabsonderung und Käferbesuch
an den Blüten bemerkt hatte. Die Blüten von S. domestica
haben einen schwachen, aber angenehmen Duft und eine gelblichweisse
Farbe; sie sind zu breit pyramidalen, rispigen Blütenständen
derart angeordnet, dass sie in den einzelnen Teilen der Rispe dicht
beisammenstehen und an den Enden der Rispenäste einzelne Gruppen
bilden. Die 5 gelblichweissen, muschelförmig konkaven Kronblätter
breiten sich bald ziemlich flach aus, so dass der Blütendurchmesser
ca. 12 mm beträgt, später schlagen sie sich nach hinten zurück.
Wenn die Blüten aufgehen, so sind die Narben der 5 wenig auseinandergespreizten,
5 mm langen, in ihrem unteren Teile mit weissen
wolligen Haaren bedeckten Griffel entwickelt, die weissen Filamente
aber so nach einwärts gekrümmt, dass die noch geschlossenen gelblichweissen
Antheren unterhalb der Narbe liegen, diese also der Berührung
durch besuchende Insekten preisgegeben sind. Aber noch
ehe die Krone sich völlig ausgebreitet hat, beginnen die Staubblätter,
und zwar die äussersten zuerst, sich aufzurichten und schräg nach
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