Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

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beschrieben worden. „Die terminäalen oder achselständigen , in der 
Jugend überhängenden Dolden haben 3 auf derselben Seite stehende, 
vor dem Blühen zurückgebogene Hüllblätter; die in regelmässiger 
Rosette angeordneten Kronblätter sind symmetrisch zweilappig, in ihrer 
Mitte aufwärts eingebogen; die Antheren sind in Taschen verborgen, 
welche die Kronblätter zu beiden Seiten ihres Grundes tragen; die 
sehr verkürzten Griffel sind während der Abgabe des Pollens voll- 
ständig im Griffelpolster verborgen, so dass jede Blüte in der 
Knospenlage eine regelmässige Rosette von 5 in ihrer Mitte ge- 
furchten Kronblättern bildet, ohne dass Staubblätter und Griffel 
sichtbar sind.“ Die am 238. Juli 1900 vorgenommene Untersuchung 
der im Hohenheimer botanischen Garten blühenden Exemplare be- 
stätigte diese Schilderung und ergänzte sie in einigen Punkten. 
Die weissen, möhrenartig riechenden Blüten stehen in Dolden von 
ca. 40 mm Durchmesser, deren einzelne Döldchen 10—15 mm breit 
sind. Die tief gespaltenen weissen Kronblätter breiten sich beim 
Aufblühen völlig flach aus, und der Blütendurchmesser beträgt 3 mm. 
Etwas später strecken sich die weissen Staubblätter, die anfangs 
noch so nach innen gebogen waren, dass sie mit der Spitze der 
Antheren nur den Rand des Griffelpolsters berührten, gerade aus, und 
ihre Antheren bedecken sich ringsum mit gelblichweissem Pollen. 
Die 2 auf dem weissen Griffelpolster stehenden Griffel entwickeln 
sich erst nach dem Abfallen der Staubblätter; sie sind kurz, aus- 
einandergespreizt, mit angeschwollener Narbe versehen und anfangs 
weiss; nach dem-Abfallen der Kronblätter färben sie sich rot. Ausser 
den Zwitterblüten kommen auch männliche Blüten vor, und zwar 
bereits in den Dolden 1. Ordnung; sie haben einen verkümmerten 
Fruchtknoten und rudimentäre, aber noch erkennbare Griffel. 
66. Bupleurum exaltatum M. B. wird, obwohl es der deut- 
schen Flora nicht angehört, sondern in der Krim einheimisch ist, hier 
erwähnt, weil es die einzige, bis jetzt bekannte Bupleurum-Art ist, 
bei der männliche Blüten vorkommen (vergl. Kuvru H, 1, 5.488 £; 
ScHuLZ, Beiträge zur Kenntnis der Bestäubungseinrichtungen und 
Geschlechtsverteilung bei den Pflanzen. II, 1890, S. 90). Die Zwitter- 
blüten zeigen die bei den Umbelliferen gewöhnliche ausgeprägte 
Protandrie. Die goldgelben Kronblätter sind vor dem Aufblühen 
nach innen eingerollt, bedecken aber das Griffelpolster, auf dem jetzt 
noch keine Nektarabsonderung stattfindet, nicht; in der geöffneten 
Blüte sind die Kronblätter nach aussen umgerollt und das gelbe 
Griffelpolster ist nun ganz mit einer Nektarschicht überzogen. Die
	        

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