Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

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und andere allenfalls in Betracht kommende Punkte zeigen andere 
Übelstände, z. B. gehen vom Pfeiler im Hof aus die Zielungen nach 
S. und nach N. in ganz kurzen Entfernungen über Dächer und 
Schornsteine weg. 
Als infolge des Neubaus eines Flügels der Technischen Hoch- 
schule an der Keplerstrasse die ohnehin mit Rücksicht auf die 
lokalen Verhältnisse notwendig gewordene Versetzung des fest auf- 
gestellten Passagen-Instruments nicht länger verschoben werden 
konnte, liess ich auf dem durch den Staat erworbenen Grundstück 
Parzelle 8051 am Hauptmannsreuteweg, etwas südlich und westlich 
vom neuen Passageninstrumentenhaus, 1899 einen festen Pfeiler 
bauen, auf dem nun die im folgenden mitgeteilte Messung von Herrn 
Hilfslehrer HALLER ausgeführt worden ist. 
$ 2. Methode und Instrumente. 
Als Methode wurde die auch auf den Punkten meines „Astronomi- 
schen Nivellements durch Württemberg, etwa entlang dem Meridian 
9°4’' östlich von Greenwich“ !) benützte gewählt: Circummeridian- 
zenitdistanzen nach Nord und nach Süd, in ungefähr gleichen Zenit- 
abständen zur Elimination der Fernrohrbiegung (und etwaiger Re- 
fraktionsstörungen); dabei sind ferner die periodischen Fehler der 
Höhenkreisteilung durch die Anordnung der Ablesungen auf dem 
Kreis zu eliminieren. 
Als Nordstern wird der Polarstern benützt, der zu jeder ‚be- 
liebigen Zeit genügend in Cireummeridianstellung sich befindet 
(grösste Digression in unserer Breite <2°), als Südsterne sind Sterne 
ausgewählt, die in ungefähr derselben Höhe kulminieren: bei der 
Polhöhe von rund 48%1°, Äquatorhöhe 41!/4° wären, da die Pol- 
distanz von Polaris jetzt etwa 1'/4° beträgt, die in Betracht kommenden 
Südsterne, wenn ziemlich genau auf gleiche Höhen von Polaris und 
Südstern zu achten wäre, solche, die zwischen 411/4° + 1'/4° und 
41'/4° — 1'J4° oder zwischen 42!/2° und 40° Zenitdistanz kulmi- 
nieren oder Deklinationen zwischen + 8°%4° und + 6'/4° haben. Es 
sind jedoch auch Sterne mit Deklinationen genommen, die mehrere 
Grade über diesen Rahmen hinausgehen, weil es auf ziemlich genau 
gleiche Höhen nach Nord und nach Süd wenig ankommt, viel- 
mehr Näherung auf .einige Grade ausreicht, um doch noch genügend 
den Einfluss der Durchbiegung des Fernrohrs zu eliminieren. 
*) Gegenwärtig (Ende Dezember 1900) im Druck; wird.1901 erscheinen.
	        

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