Volltext: Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1917, Jg. 16)

30 Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. Nr. 184, Jan. 1917
schineneinheiten als 15000 kW wirtschaft- a) in Werke mit über 200 kW Wasserkralftleistung,
lich genug arbeiten. die den erzeugten Strom restlos in das Staats-In
 der weiteren Besprechung seiner Planungen werk abgeben und den Strom für den Weiterempfiehlt
 Büggeln, die Werke in Stuttgart, Alt- verkauf an ihre Abnehmer vom Staatswerk
bach, Ulm und Ellwangen — das sind die moder- wieder beziehen sollen,
nen württembergischen Dampfkraftwerke, : andere b) in Werke mit weniger als 200 kW Wasserkommen
 ‚für die Stromerzeugung kaum mehr in kraftleistung, die den mit ihrer Wasserkraft er-Frage
 — zusammenzufassen und in die, unter zeugten Strom unmittelbar an die Abnehmer
Führung des Staates zu gründende Gesell- abgeben, den weiter benötigten Strom aus der
schaft, das heißt in technische Staatsbetriebe, über- Großwirtschaft beziehen und sich dabei verzuführen.
 Ist diese Überführung in technische Staats- pflichten müßten, die Turbinengeneratoren unbetriebe
 durchgeführt, dann sollen nach den unterbrochen mit Übererregung parallel
Planungen Büggelns diese Werke im Laufe mit den Transformatorenwerken laufen
der Zeitnach den „Klingenbergschen Grund- zu lassen und die überschüssige Enersätzen“
 umgebaut und erweitert werden, wobei gie kostenlos an den Staat abzugeben,
auch Heilbronn in die Reihe der Werke eingefügl weil sich eine Verrechnung gar nicht
werden und über eine Dampfifkraftleistung: von lohne!“
15000 kW verfügen, also ein neues Dampfkraft- Bei der Errichtung der fünf Großkraftdampfwerke
werk errichten müßte, nüßte selbstverständlich auch die installierte Dampf-Büggeln
 kommt im Verlauf seiner Ausfüh- 'eistung so hoch veranschlagt werden, daß diese
rungen dann zu folgenden Schlüssen: Dampikraitwerke die Spitzenleistung zur Zeit der
„In den bestehenden Werken der Neckar- zrößten Belastung, die Mehrleistung zur Zeit der
werke und der Stadt Stuttgart werden mit einer Nieder- und Hochwasserperiode und bei sonstigen
Wärmeeinheit etwa 0,113 Wattstunden erzeugt. Störungen übernehmen. |
Bei der Großwirtschaft soll nach Büggeln als _ Setzt man Vorauß, daß nach Ablauf einer zehn-Mittelwert
 0,110 Wattstunden für jede Wärme- ‚ährigen Entwicklungsperinde
einheit angenommen werden!“ 1. im Gegensatz zu der heutigen Strom-Mithin
 wäre bei der Büggelnschen Groß- Abgabe de REES 05 den Dampl-,
wirtschaft die Ausnützung pro Wärmeeinheit Explosions- UNd EINSE He lich Wasserkraltan-.
 . lagen 120 Millionen bis 160 Millionen kWh beum
 0,003 Wattstunden geringer als die Aus- ” 5 ba 15
" ; Ds ® . trägt — die jährliche Stromerzeugung
nützung, die gegenwärtig im Jahresmittel . “ z
DL dieser fünf staatlichen Großkraftdampfzum
 Beispiel in den Dampfkrafitwerken unseres zur m .
Zeit größten Überlandwerkes, nämlich der Neckar- werke 500 Millionen kWh sl, 2 .
. . . ; laß zur Deckung dieser Energiemenge eine
werke-Aktiengesellschaft, im Betriebe bereits er- . . . ;
. . installierte Dampfturbinenleistung von 120000
reicht wird. «W genügt
Wo bleibt da die wirtschaitlichere Ausnützung die N Benttzungszeit dieser Dampiturbinen im
der Kohle bei den Wärmekraltwerken, die Büg- Gegensatz zu der Benützungszeit der derzeit
geln dem Staat bzw. der zu gründenden Gesell- bestehenden Anlagen nach Ablauf der Entschait
 unter staatlicher Führung auszubauen wicklungsperiode von 1400 Stunden auf 2500
und zu betreiben anempfiehlt? Jahresstunden steigt,
. Bei der der württembergischen Regierung emp- die Anheizverluste sehr gering sind und bei
iohlenen Vereinheitlichung der Stromerzeugung ist der Rechnung kurzerhand vernachlässigt wervon
 Büggeln geplant: den können,
„Daß die für die württembergische Großwirtschaft der Heizwert der Kohlen der gleiche ist als
in Betracht kommenden Wasserkrälte vorsorgend derjenige der Kohlen, wie sie jetzt in den benur
 mit 30000 kW in Rechnung zu stellen seien, stehenden kommunalen oder Privatdampfiwerken
wobei er auf die Iller 17000 kW, auf den Neckar verfeuert werden,
8000 kW und den Rest auf die anderen württem- soll endlich angenommen werden, daß in diebergischen
 Flußläufe rechnet. Diese Wasserkräfte sen staatlichen Großkraftwerken im Jahresdurchsollen
 jährlich etwa 200 Millionen kWh erzeugen schnitt mit einer Wärmeeinheit 0,171 Wattstunund
 in das staatliche Netz liefern. Die bereits den erzeugt werden,
bestehenden Wasserkraitwerke werden in zwei so hätte das zu bedeuten, daß für die Wärmeeinheit
Gruppen eingeteilt: eine Verbesserung von 0.058 Wattstunden erzielt

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