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gund) keine Petrefakten, füllt sich aber mit solchen bei geringerer
Mächtigkeif. Letzteres ist im Westen Frankreichs und in Süd-
England der Fall. Grosse Steinbrüche bei Ranville (2 Stunden
yon Caen an der Dives gelegen) entblössen die Schichten, die
zu der Abtheilung des great-oolite gehören. Die grossen Qua-
der, die aus den Brüchen weithin auf der See verführt werden,
bricht man im grande oolite; um sie zu erreichen, wird der
darüber liegende 10—12 Fuss mächtige forestmarble abgehoben,
der voll steckt von Korallen, Echinodermen und Apiocriniten,
Am glücklichsten ist jedoch die Entwicklung dieser Schichte
in Südengland ausgefallen. An sich schon ist der great-oolite
überaus mächtig und alle möglichen Nüancen des Gesteins vor-
handen, zudem füllt er sich an vielen Localitäten mit einem
Reichthum kleiner, niedlicher Muscheln. Bei Bath, Stonsfield etc.
z. B. ist dies der Fall, daher auch der Name oolite of Bath,
den die Franzosen adoptirten, weil auch noch diesseits des Ka-
nals dieselbe Schichte sich findet, z. B. bei Luc. Diese Schichte
ist nichts anderes, als eine locale Bildung des grande oolite,
reich an Fossilen: es ist ein schneeweisser oolithischer Kalk,
weich, dem alles Bindemittel fehlt, und der fast aus nichts als
aus Muscheln und Muscheltrümmern besteht. Zwischen Luc und
Langrune, 3 Stunden nördlich Caen, am Gestade des Meeres,
lässt sich diese Schichte am besten beobachten. Die tägliche
Fluth wascht hier das Ufer aus und die Ebbe legt dann das Aus-
gewaschene bloss; in der 20—25 Fuss mächtigen Bank ist nach
oben besonders der unermessliche Terebratelreichthum; Tere-
bratula digona, biplicata, reticularis, pticatella, concinna liegen
zahllos herum; unter ihnen stellen sich Seeigel ein: Hemicida-
ris, Echinus, Galerites etc., weiter unten die Bivalvenschichte,
d. h. gewöhnlich nur die Eine Schale von Nucula, Arca, Lima,
Corbula etc. Die ganze: Schichte ist durchzogen von Korallen
mit starker Basis, von Astraea, Maeandrina, Lithodendron, Madre-
pora, Scyphia; Serpulen sitzen überall in Menge auf den Mu-
scheln auf, die oft ganz mit Schmarozern überdeckt sind, kleine
Gasteropoden, Patellen fehlen ebenso wenig. Dagegen sind die
Cephalopoden wie ausgestorben; nicht eine Spur von ihnen! —
Unter. dieser Localbildung des Bathoolits tritt in Südengland eine