von 90 kg brutto und ca. 83 kg netto verpackt werden. Das
Brutto-Gewicht soll auf den Fässern verzeichnet sein.
Wird der Cement in Fässern von anderem Gewicht oder in
Säcken verlangt, so muss das Brutto-Gewicht auf diesen Verpackungen
ebenfalls durch deutliche Aufschrift kenntlich
gemacht werden.
Streuverlust, sowie etwaige Schwankungen im Einzelgewicht
können bis zu 2 pCt. nicht beanstandet werden.
Die Fässer und Säcke sollen ausser der Gewichtsangabe
auch die Firma oder die Fabrikmarke der betreffenden Fabrik
mit deutlicher Schrift tragen.
Begründung zu I.
Im Interesse der Käufer und des sicheren Geschäfts ist die Durchführung
eines einheitlichen Gewichts dringend geboten. Hierzu. ist das
weitaus gebräuchlichste und im Weltverkehr fast ausschliesslich geltende
Gewicht von 180 kg brutto = ca. 400 Pfund englisch gewählt worden.
II. Bindezeit,
Je nach Art der Verwendung kann Portland-Cement langsam
oder rasch bindend verlangt werden,
Als langsam bindend sind solche Cemente zu bezeichnen,
welche erst in zwei Stunden oder in längerer Zeit abbinden.
Erläuterungen zu Il.
Um die Bindezeit eines Cements zu ermitteln, rühre man den reinen
langsam bindenden Cement drei Minuten, den rasch bindenden eine Minute
lang mit Wasser zu einem steifen Brei an und bilde auf einer Glasplatte
durch nur einmaliges Aufgeben einen etwa 1,5 cm dicken, nach den Rändern
hin dünn auslaufenden Kuchen. Die zur Herstellung dieses Kuchens erforderliche
Dickflüssigkeit des Cementbreies soll so beschaffen sein, dass der
mit einem Spatel auf die Glasplatte‘ gebrachte Brei erst durch mehrmaliges
Aufstossen der Glasplatte nach den Rändern hin ausläuft, wozu in den
meisten Fällen 27—30 pCt. Anmachwasser genügen. Sobald der Kuchen
soweit erstarrt ist, dass derselbe einem leichten Druck‘ mit dem Fingernagel
widersteht, ist der Cement als abgebunden zu betrachten.
Für genaue Ermittelung der Bindezeit und zur Feststellung des Beginns
des Abbindens, welche (da der Cement vor dem Beginn des Abbindens
verarbeitet sein muss) bei rasch bindenden Cementen von Wichtigkeit ist,
bedient man sich einer Normalnadel von 300g Gewicht, welche einen
cylindrischen Querschnitt von 1qmm Fläche hat und senkrecht zur Achse
abgeschnitten ist. Man füllt einen auf eine Glasplatte gesetzten Metallring
von 4 cm Höhe und 8 cm lichtem Durchmesser mit dem Cementbrei von
der oben angegebenen Dickflüssigkeit und bringt denselben unter die Nadel.
Der Zeitpunkt, in welchem die Normalnadel den Cementkuchen nicht mehr
gänzlich zu durchdringen vermag, gilt als der „Beginn des Abbindens“.
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