Zur Entstehung des Buntsandsteins. Erwägungen
über das nördliche Alpenvorland, Vulkanismus und
Geotektonik.,
Von W, Kranz,
Oberleutnant in der 3. Ingenieur-Inspektion.
In seinen Beiträgen zur Geologie der westlichen Mittelmeer-Jänder"
nimmt mein verehrter Lehrer, Herr Prof, Dr. Toryquısr, u. a,
Stellung zur Frage der Entstehung des Buntsandsteins und zur
Theorie des, Vindelizischen Gebirgs“, Ich habe in meiner Abhandlung
über die geologische Geschichte der weiteren Umgebung von
Ulm a. D.* diese Fragen berührt und möchte hier nochmals darauf
zurückkommen.
Tornquist ist wie viele Geologen überzeugt, daß einst die Entscheidung
zugunsten der Anschauung von der Entstehung des Buntsandsteins
aus Meeressedimenten fallen wird im Gegensatz zu seiner
Bildung in einem großen Wüstengebiet. Insbesondere soll die fast
genau 20 m mächtige Ablagerung des Hauptkonglomerats in dem
großen Gebiet Elsaß-Lothringens „als Folge einer mächtigen Meeresoder
Brandungsüberflutung des nahen Festlandes zu betrachten sein,
bei welcher unter andauernder, lebhafter litoraler Meeresbewegung
das schnell vom Lande hinabgeflutete, grobe Material am Meeresboden
eingeebnet zur Ablagerung kam 3“, Meiner Ansicht nach steht
der Auffassung des Hauptkonglomerats als fiuviatiler Bildung nichts
entgegen, in Anbetracht der gewaltigen Transportkraft von Wüstenflüssen
in regenreichen Jahren. „Für die Wirkungsweise derartig
seltener Regen ist es bezeichnend, daß sie ihre Erosionsprodukte in
fast horizontalen Schichten über eine weite Fläche ausbreiten, und
daß durch die Deflation während der folgenden Trockenzeit dieser
Schutt dann noch mehr eingeebnet wird.“ Die mitgeschleppten Schuttmassen
bleiben „als horizontal ausgebreitete, geschichtete Ablagerung “
‘ N. Jahrb. f. Min, etc. 1905, Beil.-Bd, XX, Tornquist, S. 49 ff.
* Diese Jahreshefte 1905, S, 176 ff, — S. 179 Anmerkung 1, lies „(Hauptbuntsandstein)“
statt „(Hauptkonglomerat)“,
3 Tornquist, 1. c. S. 496.