Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 140, 1985)

Abbildende Systeme in den Superpositionsaugen von Arthropoden 33

in jedem Ommatidium vier Kristallkegelzellen (SempEer-Zellen), die den Kristallkegel
 enthalten, zwei Hauptpigmentzellen und zwei Nebenpigmentzellen
an; diese Elemente sind in dieser Reihenfolge um die Ommatidienachse angeordnet.
 Kristallkegelzellen und Hauptpigmentzellen enden ungefähr am distalen
 Drittel des Ommatidiums. Ihnen schließt sich proximal die Retinula aus
9-12 Zellen an. In ihrer distalen Hälfte sind die Zellen dünn, sie enthalten in
diesem Teil den Kern und Pigmentgrana. In ihrer proximalen dicken Hälfte
besitzen sie typische Rhabdomere, die ein geschlossenes Rhabdom bilden; dieses
 füllt in diesem Bereich die Retinula fast vollständig aus. Zwischen Rhabdom
 und Basalmembran, die das Auge gegen den subokularen Raum abschließt,
 findet sich eine basale Retinulazelle, deren kurze Mikrovilli im
Gegensatz zu den übrigen Retinulazellen parallel zur Ommatidienachse liegen.
Jede Retinulazelle durchdringt mit einem Axon die Basalmembran. Im Rhabdombereich
 wird die Retinula dicht von einem Tapetum aus Tracheolen umgeben.
 Da die Nebenpigmentzellen bis zu den benachbarten Retinulae reichen,
ist jede Retinula bis in Höhe des Tapetums von sechs Nebenpigmentzellen umhüllt,
 die stark verjüngt zwischen den Tracheolen zur Basalmembran ziehen
(FıscHER und HOrRSsTMANnNn, 1971).

4.2. Retinomotorik
Die Darstellung der Ommatidien in Abb. 11 bezieht sich auf ein helladaptiertes
 Auge. Das Pigment der Nebenpigmentzellen umgibt die Retinulae. Bei
Dunkeladaptation zieht sich dieses Pigment in die Räume zwischen den Kristallkegeln
 zurück. Darüber hinaus treten auch andere Anderungen auf, die in
Abb. 12 zusammengefaßt sind. Auf die Bedeutung der Pigmentverlagerung für
den Strahlengang wurde oben bereits hingewiesen. Die funktionelle Bedeutung
der Zellformänderungen und der Kernverlagerungen ist unbekannt.
Nach histologischen Befunden dauert der Übergang von der Dunkel- zur
Hellstellung unter optimalen Bedingungen etwa 5 min, in umgekehrter Richtung
 12-20 min (Day, 1941; KANDzIORA, 1981).

+3. Optische Parameter
4.3.1. Cornea

VocrTt (1974) hat die geometrisch optischen Eigenschaften der Cornea bestimmt
 und ihre Brechungsindices interferometrisch gemessen (Abb. 13). Eine
Corneafacette hat die Form einer planconvexen Linse. Der kleinste Durchmesser
 der hexagonalen seitlichen Begrenzung ist 20 um, die axiale Höhe 10 um.
Der Krümmungsradius der an Luft grenzenden sphärischen Fläche beträgt
14 um.
Messungen von Brechungsindices wurden mit einem Interferenz-Mikroskop
nach JAmın-LeBEDEFF durchgeführt. Betrachtung der Linse in axialer Richtung
 ergibt eine radiärsymmetrische Verteilung der Brechungsindices. Somit
kann aus einem medianen Schnitt alle Information über die Brechungsindexverteilung
 in der gesamten Corneafacette gewonnen werden. Eine exakte Me-Ih.

 Ges. Naturkde. Württ. 140 (1985)

7h. Naturkde. Württ. 140 (1985)
            
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