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die vorgeschobensten Punkte, bis zu welchen das Tier vordringt.
Da wo das ungewohnte, feindliche Tageslicht seine Herrschaft ausäbt,
zieht sich Dendrocoelum cavaticum zurück und aus diesem
Grunde finden wir es eben nur in dem Quellloche selbst. Daß
Dendrocoelum cavaticum ein Höhlentier ist, geht ja auch aus seiner
Pigment- und Augenlosigkeit hervor, den typischen Merkmalen der
Cavicolen. Daß sich aber hinter den Quellen auch wirklich Höhlungen
befinden, dafür spricht auch der Umstand, daß wir mit Dendrocoelum
cavaticum fast immer die zwei schon erwähnten anderen Höhlentiere
finden, nämlich den blinden und pigmentlosen Höhlenkrebs Gommarus
puteanus L. Kock und die die gleichen Eigenschaften aufweisenden
Höhlenschnecken , die Lartetien. Wir sehen besonders daraus, daß
wir von letzteren meist nur die leeren Gehäuse erhalten, daß hinter
den Quellen noch längere Kanäle sich in das Erdinnere hinein erstrecken
müssen; denn die von den Quellen ausgeworfenen leeren
Gehäuse können füglich doch nur von Tieren stammen, die in unter.
irdischen Räumen gelebt haben. Daraus, daß die Dendrocoele
eigentlich hinter den Quellen lebt, erklärt sich auch, daß wir bei
verschiedenen Besuchen oft so sehr verschiedene Ausbeute machen.
Wenn wir nichts finden, so sind eben gerade keine Tiere am peripheren
Höhlenende der Quelle vorhanden, sondern sie befinden sich alle
vielleicht durch niederen Wasserstand oder sonstige Einflüsse veranlaßt,
im Erdinneren. Zu anderer Zeit sind wieder zahlreiche
Exemplare in. ihrem unterirdischen Bachbette ‚nach abwärts gewandert,
bis dahin, wo ‚das Tageslicht ihnen ein gebieterisches
Halt. zurief.
Es ist wohl nicht nötig, daß ich noch eingehender meine Ansichten
erläutere. Die Gründe sind ja einleuchtend, und die objektiven
Verhältnisse ’erklären sich auf diese Weise zo zwanglos,
daß ein Zweifel an der Richtigkeit meiner Vermutungen nicht auftauchen
wird. Ich gehe deshalb zu einem anderen Kapitel über.
Anatomie.
Genauere. Angaben über die Anatomie von MDendrocoelum
savatıcum existieren bisher nicht; das was in der Literatur darüber
berichtet wird, ist recht ungenügend, insbesondere ist über den
systematisch wichtigsten Teil, die Geschlechtsorgane, so gut wie
nichts bekannt. HALLEz (10) untersuchte die schlecht konservierten
Tiere, die Moxızz (18) in einem Brunnen von Lille gefunden hatte.
Der schlechten Erhaltung des Materials ist es wohl zuzuschreiben.