Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 62, 1906)

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coelum lacteum und cavalicum einerseits und Planaria mrazekiti 
anderseits aufstellte, ist also nicht vorhanden. Ich werde auf diesen 
Punkt noch später zu sprechen kommen. 
Die Ovarien sind von annähernd kugeliger Gestalt und haben 
300—400 u Durchmesser. Eine feine, das ganze Organ umhüllende 
Membran ist vorhanden. Die Anordnung und Struktur der Keim- 
zellen hat Dendrocoelum cavaticum mit allen übrigen Planarien ge- 
meinsam, so daß ich hier nicht darauf einzugehen brauche. 
Die Ovidukte beginnen bei den Ovarien mit einer trichter- 
förmigen Erweiterung. In dieser sieht man häufig Spermatozoen 
liegen. BERGENDAL (1) hält diese, auch bei anderen Planariden ge- 
fundenen Gebilde nicht für Spermatozoen, sondern für Drüsensekret 
anderer Natur. Da sie aber in morphologischem und tinktoriellem 
Verhalten sich in nichts von Spermatozoen unterscheiden, und da 
nirgends Zellen zu sehen sind, welche im Oviduktanfang — wie 
BERGENDAL meint — dieses Sekret bilden sollten, so sehe ich keinen 
Grund ein, von der Ansicht, daß es wirklich Spermatozoen sind, 
abzuweichen. Die Ovidukte halten sich in ihrem weiteren Verlauf 
zunächst ganz an die beiden Längsnervenstämme, indem sie dicht 
über denselben liegen, zuerst etwas nach außen, dann etwas nach 
innen von ihnen. Hinter der Mundöffnung konvergieren beide 
Ovidukte medianwärts und steigen zugleich etwas in die Höhe. 
Hinter der Geschlechtstasche erreichen sich beide Gänge und ver- 
schmelzen zu einem knrzen, gemeinsamen Endabschnitt, welcher in 
den Vorhof einmündet. Dabei ist zu bemerken, daß die Ovidukte 
sich unter dem Ausführungsgange des Uterus sich vereinigen, so 
daß dieser sie also umgreiff, vergl. Abb, 3. Daß die Ovidukte in 
ihrem Endteile ganz von Drüsen umhüllt sind, wurde schon erwähnt. 
Die Ovidukte haben wie bei Dendrocoelum lacteum, wenigstens 
in ihrem hinteren Teile, wo die Struktur überhaupt am besten zu 
erkennen ist, im Lumen Cilien, welche nach hinten zu gerichtet sind. 
Die Wandung besteht aus einer inneren, körnigen Protoplasmaschichte, 
welche sich stark färbt und keine Kerne erkennen läßt. Weiter 
nach außen zu wird das Protoplasma von mehr fibrillärer Struktur, 
and noch weiter nach außen folgen Zellen mit rundem oder ovalem 
Kerne; ich glaube mit Nzrprı (19), daß auch hier ein eingesenktes 
Epithel vorliegt und diese Kerne zu der kernlosen, inneren Proto- 
plasmaschichte gehören. Eine Muskularis konnte ich mit Sicherheit 
nur gegen das Ende der Ovidukte zu erkennen. Am gemeinsamen 
Endgang ist dieselbe ganz deutlich. Die Fibrillen des Protoplasmas,
	        
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