Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 64, 1908)

3.
Je

Dürchschnittswerten bei Eltern und Geschwistern führen. Hingegen
würde‘ bei einem‘ nicht mendelnden Merkmal; bei dem‘ also ’die
Bastarde mehrere Zwischenstufen darstellen ;- die durchschnittliche
Vertretung meßbarer Merkmale bei. Eltern und Geschwistern dieselbe
sein. Es besteht also ein wesentlicher Unterschied bei. mendelnden
und nicht mendelnden Merkmalen; ich habe gefunden, daß bei den
Drillingen Geschwister. und” Eltern wesentlich verschiedene Zahlen
aufweisen, was also schon für Mendeln spricht. Aber auch bei den
Zwillingen bestehen geringe Unterschiede. | ;
Es läßt sich nun zeigen, daß im Fall des‘ Dominierens von Ä
der Typus A stets mindestens‘ zur Hälfte vertreten ist.
Bei den rezessiven Formen erhält man als Grenzwerte der
Häufigkeit von A 1:0 und 0:1 für die Eltern und 1:0 und 1:3
für die‘ Geschwister. Wir ersehen gleichzeitig hieraus, daß sich
seltene rezessive Merkmale leichter‘ bei Geschwistern nachweisen
lassen als bei den Eltern. Diese Möglichkeit nun, die erwartungsmäßigen
 Ziffern für die MEenpEr’sche Vererbung. nicht nur im Fall
der absoluten Inzucht‘ und bei der Deszendenz, sondern auch bei
Panmixie und Aszendenz und Seitenverwandtschaft zu berechnen,
ermöglichte es. mir, nicht nur die absolut wenigen Fälle, in denen
Kinder von Zwillingsmüttern einander geheiratet hatten, sondern
mein ganzes früheres Material für die vorliegende. Frage zu verwerten.
Es "handelt sich nur noch darum, den Wert von m zu bestimmen.
 Dazu ist folgende Überlegung nötig, Wenn bei den zu
Zwillingen veranlagten Müttern auf 35 Geburten eine zweielige
Zwillingsgebüurt, bei allen aber nur auf 140 eine solche kommt, wie
in Stuttgart, so machen die ersteren nur den vierten Teil aller
Mütter aus.‘ ;
Setzt man ihre Häufigkeit = m“ = */4, so ist die der übrigen
Frauen = 2n + n* = %4, und wir erhalten dann m = n = "Ja; für
den Fall des Dominierens der Zwillinge würden wir das Verhältnis
m:n = 1:6,5 erhalten, wenn m’ +-2mn:n*= 1:3 ist.
Ebenso ist, wenn auf ca, 6000 Geburten eine Drillingsgeburt
kommt, und bei den zu Drillingsgeburten veranlagten. Müttern auf
eine Drillingsgeburt 200 einfache Geburten entfallen, der Wert von
m = 5 für den Fall der Panmixie,
m= 60, :- » des Dominierens.
In jedem dieser Fälle würde aber bei den nicht. zur Drillingsgeburt
 veranlagten Frauen in Württemberg immer noch. auf 84 Ge»
burten eine Zwillingsgeburt fallen...
            
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