Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 66, 1910)

Il, Sitzungsberichte. 
1. Hauptversammlung zu Mergentheim am 27. Juni 1909. 
(Den allgemeinen Bericht s, oben S. V.) 
Dr. med. Richard Schwarz (Stuttgart): Über die Mergent- 
heimer Heilquellen, Die zuverlässigsten Angaben über die Mineral- 
quellen unserer schwäbischen Heimat finden wir im Deutschen Bäderbuch, 
welches im Jahre 1907 unter Mitwirkung des Kaiserlichen Gesundheits- 
amts von einer größeren Zahl von Naturforschern und Ärzten erstmals 
herausgegeben worden ist. In dem genannten Werke sind 17 württem- 
bergische Mineralquellen aufgeführt, welche zu Trink- und Badekuren 
systematisch verwendet werden. Die Mehrzahl dieser württembergischen 
Mineralquellen sind sogen. Säuerlinge oder Sauerbrunnen und zwar ist 
das hervorstechendste Merkmal dieser Wässer das Vorhandensein von 
mehr als 1 g Kohlensäure in 11 Wasser. Von einem „einfachen“ Säuer- 
ling spricht man, wenn die Summe der gelösten festen Bestandteile in 
1 1] Wasser weniger als l g beträgt, wie dies beispielsweise bei dem 
Ditzenbacher Mineralwasser der Fall ist. Als „erdige“ Säuerlinge be- 
zeichnet man solche Mineralquellen, welche in 1 1 Wasser mehr als 
1 g gelöste feste Bestandteile und zwar besonders Calcium- und: Mag- 
nesiumbicarbonat sowie Gips enthalten daneben natürlich die ent- 
sprechende Menge Kohlensäure. Zu dieser Quellenkategorie gehören die 
altberühmten Brunnen von Teinach, Göppingen und Überkingen. Als 
ihnen nahestehend, jedoch außerdem durch einen beträchtlichen Eisen- 
gehalt ausgezeichnet, sind die Quellen von Niedernau und Imnau zu 
erwähnen, welchen: die Bezeichnung erdige KEisensäuerlinge zukommt. 
Dieser großen Gruppe von Sauerbrunnen, welche wie gesagt durch 
ihren hohen Kohlensäuregehalt und das relativ geringe Vorhandensein 
fester Bestandteile charakterisiert sind und auf Grund dieser Eigen- 
schaften vorwiegend als Erfrischungs- und Tafelwässer Verwendung 
finden, steht eine Gattung von Quellen gegenüber, bei welchen die Ver- 
hältnisse gerade umgekehrt liegen. Ich meine die Solen und nenne von 
württembergischen Solquellen besonders Jagstfeld, Wimpfen und Schwäb, 
Hall. Diese Wässer, denen die Kohlensäure ganz oder fast völlig fehlt, 
haben teilweise einen geradezu enormen Kochsalzgehalt, welcher wie 
z. B. in Jagstfeld bis zu 259 g in 1 l Flüssigkeit beträgt. 
Zwischen diesen beiden Extremen, den Säuerlingen einerseits und 
den Solen andererseits besitzen wir in Württembery eine kleine Zahl
	        

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