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Epipnactis violacea DURAND DUQUESNEY, deren unsere Exkursionsflora
vom Hohenzollern mit der richtigen Bemerkung „Dürfte auch wohl
sonst vorkommen‘ Erwähnung tut, wurde vor 12 Jahren aufgefunden
und der Standort von Prof. Dr. HEGELMAIER in den Berichten der deutschen
Bot. Gesellschaft (1893 u. ff.) veröffentlicht. Vergeblich suchte
ich sie zuletzt mit Herrn Dr. H. KrAuss-Tübingen 1907 dort; von Herrn
Dr. TscHErRNIinc-Wien wurde mir dann mitgeteilt, daß vermutlich die
Pflanze noch nicht blühend von ihm im Schönbuch gefunden worden sei,
Nun erinnerte sich auch Dr. Krauss, der mein Interesse für diese Pflanze
teilte, an ähnliche Pflanzen vom Schönbuch; ebenso waren meinem
Vater vor 18 Jahren einige Exemplare von dort von auffallender violetter
Färbung und mit kleinen, schuppigen Blättern übergeben worden,
die man aber damals „als Schattenformen der Epipactis latifolia Ann.‘
nicht weiter beachtet hatte. Ende August des verflossenen Jahres gelang
es uns, Epipactis violacea Dur. Dvuqg. an verschiedenen Orten des Schönbuchs
(Bromberg, Zeitungseiche, Kirnbachtal, Waldhausen, Bebenhausen,
Dettenhausen) , sowie im Walde bei Kusterdingen, Kirchentellinsfurt,
Wankheim, Bläsiberg aufzufinden, so daß auch bei uns diese Orchidee
zu den weniger seltenen zu gehören scheint. Für Baden fand sie
dieses Jahr Herr A. KngEvcrKErR-Karlsruhe im Wiesental, für das Elsaß
H. IssLER-Kolmar bei Zabern als Neufunde für die betreffenden Länder
auf. Sie blüht später als Zpipactis latifolia An. bis anfangs Oktober
in schattigen, feuchten Buchenwaldungen (ASCHERSON und GRÄBNER).
Die Blätter sind verhältnismäßig klein, kürzer bis etwas länger — ausnahmsweise
noch einmal so lang — als die Internodien, die obersten
allmählich in Deckblätter übergehend. Die Traube ist dicht- und reichblütig,
die Blüten ziemlich groß; die inneren Perigonblätter oft rotviolett
überlaufen. Nach ScHuLzE unterscheidet sie sich ‚durch kräftigen
Wuchs, mehr oder weniger violette Färbung fast aller ihrer Teile, die
ihr im dunklen Walde beinahe ein gespenstiges Aussehen verleiht,
große Deckblätter bei relativ kleinen Blättern, sehr dichte Traube,
große Blüten mit sehr licht gefärbten, seitlichen, inneren Perigonblättern
und sehr späte Blütezeit‘‘. An der Straße nach Dettenhausen fand sie
sich zusammen mit Evipactis latifolia Arı. ohne Übergänge vor. Nach
brieflicher Mitteilung von Herrn ScHuLzE haben die Ausführungen von
FLEISCHMANN und DREHINGER, „es handle sich bei der Pflanze um die
von Cranıtz als Epipactis latifolia Ans. ß varians Crantz beschriebene
Unterart‘, viel für sich. Als Bastard Epipactis latifolia X microphylla
kann sie deshalb nicht gedeutet werden, da die seltene Epipactis microohylla
Swartz meist gänzlich fehlt. An der bisherigen Unbeachtetheit
dieser Orchidee mag wohl auch das nicht ganz genaue Unterscheidungsmerkmal:
‚Mittlere Blätter kürzer als die Internodien‘“ eine Schuld
gehabt haben, da diese Bezeichnung wohl bei Epipactis microphylla Sw.,
nicht aber bei Epipactis violacea Dur. Dva. paßt.
Ophrys aranifera Hunson ist in der Barbarahalde bei Oberndorf
verschwunden, da dieser berühmte Orchideenstandort durch Vergrößerung
der Schießbahn gefallen ist; ob die Pflanze bei Mergentheim
(wo sie Dr. BAUER vor 80 Jahren fand) und bei Neresheim (Dr. FRIicK-