a0
HINGER) sich noch findet, wird nachzuprüfen sein; neu ist. der Standort
bei Ehingen.
Microstylis monophyllos LINDLEY wurde 1872 von SEEGER bei
Lorch im Schweizertal aufgefunden, weiter wird als neuer Standort
Wurmlingen OA. Tuttlingen angegeben.
Als neue Standorte seltenerer Orchideen wurden mir von Herrn
Dr. med. ELwerTt-Reutlingen Ophrys aranifera Huns. vom Ursulaberg
angegeben und fand Herr Dr. ELwErtT dort, wie wir uns an den Standort
begaben, statt eines Exemplars deren zwei. Weiter wurden vom gleichen
Herrn Ophrys apifera Huns. an mehreren Orten der Reutlinger Alb
sowie der schöne Bastard Ophrys arachnites X apifera gefunden.
Ein vor einigen Jahren in derselben Gegend von mir aufgefundener
Orchideenbastard erwies sieh bei der Nachbestimmung durch SCHULZE
als Orchis incarnata X maculata. Am Ursulaberg traf ich letztes
Jahr neben Orchis mascula L., Unterart speciosa Host. und foetens Host.
auch den Bastard Orchis mascula X pallens an, den Dr. Krauss
schon vor einigen Jahren am Zellerhorn am gleichen Standorte wie
Dr. ExcenL, dem die Pflanze ebenfalls aufgefallen war, gefunden hatte.
Auch die im 10. Jahrg. 1854 dieser Jahresh., S. 200, beschriebene
FıycxH’sche Pflanze vom Sattelbogen bei Urach dürfte dieser Bastard
gewesen sein.
Unter anderem suchte ich diesen Sommer Spiranthes aestivalis
Rıcy, an dem in der Landesflora noch angegebenen Standort: „Calw:
Speßhard im gebrannten Hau‘. Die seinerzeit von Oberamtsarzt
Dr. SontrTz-Calw, dort aufgefundene Pflanze wuchs auf sumpfigen Waldwiesen
(dies. Jahresh. 7. Jahrg. 1851, S. 206); diese sind längst eingegangen
und mit Hochwald bestanden, so daß jetzt keine Spur der
Pflanze mehr vorhanden ist. Ebenso sind die Standortsangaben von
Orchis coriophora L., die sämtliche von SCHÜBLER und v. MARTENS noch
übernommen sind, revisionsbedürftig. .
Nach den Abhandlungen von Rıck. NEUMANN in den Mitteilungen
des Bad. bot. Vereins (1905 No, 201—204 8. 1—26; No. 208—-209
S. 53—62; No. 224 S. 177—186) besitzt Baden 50 Arten (inkl.
Epripactis violace@ Dur. Dvqg. und nachdem ich 1892 im Moor am Titisee
Malaxis paludosa Sw. nachweisen konnte), 44 Varietäten, 14 Bastarde
aus der Familie der Orchidaceen. Baden besitzt vor uns Orchis simia
Luxg., Aceras anthropophora R. Be., Nigritella angustifolia Rıck.,
Epipactis microphylla Sw., Epipactis abortiva Wazrrer.; es fehlt
dort (Orchis Spitzelii Savt. und) unsere Microstylis monophyllos
LiyoLEey. In der "Jetzten Zeit scheint allerdings Nigritella angustifolia
Rıcs. bei Bonndorf durch Terrainveränderung sehr ‚selten geworden,
wenn nicht ausgegangen zu sein (Mitteil. d. bad. bot. Ver. 1894 No. 120
und 1895 No. 130). An diesem Orchideen-Vorzug Badens sind wohl
in erster Linie klimatische und geologische Verhältnisse schuldig. Dies
bewirkt auch, daß in Baden alle, auch die selteneren Arten verhältnismäßig
zahlreich vorkommen, was wohl jeder botanische Besuch im
Kaiserstuhl, auf dem Freiburger Schönberg und Tuniberg und den
Bodenseerieden zwischen Radolfzell und Konstanz beweisen muß. Frei-