Lili
karbonat zu Brauneisen zersetzt. Diese Umwandlung vollzieht sich
nur in den der Erdoberfläche zunächstliegenden und unter der Einwirkung
des Sauerstoffs der Luft stehenden Partien des Angulatenhorizontes,
Das Brauneisen konzentriert sich in unregelmäßigen Linien
und Bändern und verursacht die rostbraune Färbung des Gesteins,
Der Arietenkalk wird als Schotter- und Vorlagematerial vielfach
verwendet.
Die Numismalismergel (Lias /), die am Oberhof in größerer
Ausdehnung vorkommen, könnten zur Zementfabrikation Verwertung finden.
An mehreren Stellen der Eßlinger Umgebung tritt Löß in beträchtlicher
Schichtstärke auf, besonders am Westabhang des Hainbachtales
von Rüdern bis Obereßlingen und am Ausgang des Geiselbachtales,
An den beiden letztgenannten Orten findet er in großen Ziegeleieu
Verwendung.
Große Wichtigkeit haben in letzter Zeit die Schotterlager des
Neckartales erlangt, da sie als Schottermaterial und besonders zu
Betonbauten aller Art sehr begehrt sind. Im Laufe der leizten Jahre
war ein immer mehr sich steigernder Bedarf zu decken, was die
Gründung zahlreicher Baggerwerke dem Schienenstrang der Eisenbahn
und dem Neckarlauf entlang zur Folge hatte.
Die Rede endete mit dem Hinweis auf den Eßlinger Geologen
Carl Deffner und dessen bleibenden Verdienste um die geologische
Wissenschaft durch seine grundlegenden Arbeiten für manche Zweige
der schwäbischen Geologie und besonders für die Tektonik, deren
eigentlicher Begründer in Württemberg er war. Lang.
Prof. Dr. A. Sauer: Das Radium in seiner Bedeutung für
die Erdkruste. Von den bekannten umwälzenden Ergebnissen der
Radiumforschungen ausgehend wies Redner zunächst darauf hin, daß
die zahlreichen Mineralien, an denen radioaktive Eigenschaften festgestellt
waren, unter ganz besonderen Verhältnissen innerhalb der Erdrinde
auftreten; sie sind fast ausschließlich an gewisse Eruptivgesteine
gebunden und zwar granitische und bilden da in Gemeinschaft mit
Feldspat, Quarz und verschiedenen Erzen Gänge. Unter diesen radioaktiven
Mineralien spielt zweifellos Zirkon (wahrscheinlich seine Radioaktivität
einer geringen Beimengung von Thorium verdankend), vielleicht
auch Monazit eine besondere Rolle. Er findet sich nämlich als weitverbreiteter
mikroskopischer Übergemengteil des Granits, er fehlt keinem
granitischen oder syenitischen Gestein. So erklärt sich nach Ansicht
des Redners wohl auch, daß nach den Untersuchungen Strutts unter
allen Gesteinen besonders die Granite eine verhältnismäßig hohe
Radioaktivität aufweisen. Granitische Gesteine bilden aber vornehmlich
das Fundament aller Sedimente und wahrscheinlich auch die erste
Erstarrungskruste, Sie haben von Beginn an, der Zerstörung und
Zersetzung unterliegend, ganz wesentlich das Material für alle Sedimentgesteine
unserer Erdrinde geliefert und so gelingt es tatsächlich neben
anderen Verwitterungs- und Aufbereitungsrückständen in allen Sedimenten
mehr oder weniger häufiger die Zirkone, nach Ansicht des