Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 67, 1911)

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bei allen folgenden das Capitulum und Tuberculum verschmolzen 
sind. Im ganzen zähle ich 38 Rippenpaare. Die Bauchrippen 
sind wie bei den erwachsenen Tieren vorhanden, nur entsprechend 
zierlich gebaut. 
Am Brustgürtel und den Vorderflossen ist nichts Außergewöhn- 
liches zu beobachten. Am Becken haben wir eine relativ große 
Knochenplatte, von der Gestalt des Pubis beim erwachsenen I. qua- 
driscissus, das wir auch als ein verschmolzenes Ischiopubis wie bei 
Ophthalmosaurus ansehen können. Dagegen zeigt das zweite Knochen- 
stück (lleum resp. Ischium), welches bei erwachsenen Exemplaren nur 
einen gleichmäßigen Stab bildet, noch eine ausgeprägte Form mit vor- 
derer und hinterer Verdickung, so daß man es’ gut mit dem Ileum, 
namentlich der triassischen Ichthyosauriden, vergleichen kann. Eine 
besondere Bedeutung möchte ich aber dem doch nicht beilegen, da 
hier auch der Erhaltungszustand mitsprechen kann, und nur hervor- 
heben, daß wir ganz entsprechend dem Verhalten bei Zchthyosaurus 
quadriscissus nur 2 und keine 3 Skelettstücke im Becken nachweisen 
können, obgleich wir dies bei dem Jugendzustand .des Tieres er- 
warten könnten. Ungemein zart und zierlich sind die Polygonal- 
plättchen der fünffingerigen Hinterflosse. 
Besonderes Interesse hat bei unserem Exemplar die hervor- 
ragend schön erhaltene und präparierte Hautbekleidung, welche, 
wie gewöhnlich, als dünne, schwärzliche Haut auf dem Schiefer liegt 
und sich bei der sorgfältigen Präparation des Stückes deutlich ab- 
hebt, so daß der Umriß des Tieres klar vor unseren Augen legt, 
Die vordere Paddel ist mit einer Länge von 62 mm und 
einer Breite am Ansatz von 33 mm im Verhältnis zu der geringen 
Verknöcherung der Phalangen recht groß, aber von der üblichen 
breitlappigen, vorn abgerundeten Gestalt. Die hintere Paddel 
ist bedeutend kleiner, von abgerundet dreieckiger Form, mit einer 
Länge von 25 und einer Breite am Ansatz von 27 mm. Die 
Rückenflosse liegt ziemlich genau in dem mittleren Teil des 
Rumpfes, 95 mm vom Hinterrande des Schädels und 104 mm von 
der Schwanzflosse entfernt. Sie bildet gleichfalls einen abgerundet 
dreieckigen Lappen von 28 mm Höhe und 47 mm Breite am Ansatz. 
Die Körperumrisse sind deutlich und zeigen, daß der Körper 
im Schwanzteil hinter den Flossen noch recht dick war und sich 
bis zum Beginn der Schwanzflosse allmählich und gleichmäßig von 
50 mm auf 20 mm Durchmesser verjüngt. 
Die Schwanzflosse nimmt unser besonderes Interesse in 
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