Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 71, 1915)

IQ

9. Microchordeuma voigtii calcivagum n. subsp.
In beiden Geschlechtern dunkler pigmentiert als die typische Form,
nämlich grau, aber mit braunen Rückenflecken der Metazonite,
zo daß die hellen Flanken gegen den dunkleren Rücken abgesetzt
sind. 7?/s—8!Js mm, Q& 9'/2 mm lang.
Die wesentlichste Eigentümlichkeit dieser Form besteht in der
Gestaltung der vorderen Nebengonopoden (Abb. 9). Dieselben
sind bei den mitteleuropäischen Microchordeuma- Formen zu
einem Podosternit umgewandelt, d. h. von den Gliedmaßen sind nur
jängliche und am Ende beborstete Coxite ausgebildet (Abb. 8), welche
gegen ihr Sternit nur wenig abgesetzt und übrigens mit ihm verwachsen
 sind. Diese Verhältnisse gelten auch für calcivagum
(Abb. 9), dessen Sternit jederseits deutliche Stigmengruben besitzt,
aber nur die Andeutung von Stigmen. Die Coxite der vorderen
Nebengonopoden sind nicht nür länger und schmäler als bei der
typischen Form, sondern sie sind vor allen Dingen am Ende in einen
abgerundeten, schwach pigmentierten Lappen ausgezogen und die
Borsten sitzen nicht auf dem Ende der Coxite, sondern am Innenrande,
 am Grunde der Endlappen. Man könnte geneigt sein, in
diesen Endlappen einen Überrest verschwundener Telopodite zu erblicken,
 doch scheint mir Gestalt und Lage derselben dieser Auffassung
 nicht günstig zu sein. Die Gonopoden stimmen mit denen
der typischen Form überein, jedoch fand ich die Höcker in der Mitte
an den Seiten des hoch aufragenden Sternit der vorderen Gonopoden
deutlicher ausgeprägt und daher merklicher vorragend.
Vorkommen: Im Blautal bei Blaubeuren erbeutete ich Mitte
April 23 39 im moosigen Geröll von neben Feldern gelegenen Gebüschen.
 Vermutlich haben wir es hier mit einer Rasse des Weißjuragebietes
 zu tun.
3. Chordeuma silvestre Kocz. Obwohl diese sehr weitverbreitete
 Art von mir sowohl auf Urgestein (z. B. am Titisee) als
auch im Bereich der Sandsteine (z. B. Feuerbacher Steinbrüche) beobachtet
 worden ist, sprechen meine Befunde doch dafür, daß sie
die kalkreichen Gründe bevorzugt. Auch heuer ist sie mir im
April bei Wildbad, Freudenstadt und Triberg (nebst Hornberg) nicht
begegnet, während ich aus den Kalkformationen folgende Funde zu
verzeichnen habe: Blaubeuren 2 9 29, 13.9 mit 26 R. Im Laubwald
des Donautales von Gutenstein (Sigmaringen) 1 & (15%s mm) 1 9. Auch
im Donautal-Laubwald unterhalb Sigmaringen 1 9. Bei Hohennagold
2 3 von 16!/a und 17 mm mit Spermatophoren, eine Larve mit 26 R.
            
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