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Fauna zu sammeln. Auf den Rat des damals gerade im Land
weilenden Afrikareisenden TH. v. HEUGLIN wählte KLUNZINGER zu diesem
Zwecke das Hafenstädtchen Koseir am Roten Meer.
Mit der Gründlichkeit, die einen charakteristischen Zug seines
Wesens bildete, bereitete sich KLUNZINGER auf seine neue Aufgabe
vor. Er studierte zoologische Werke und machte sich stenographische
Auszüge, er bestimmte Fische und Echinodermen aus dem
Roten Meer, die in den Besitz des Naturalienkabinetts kamen, er
lernte das kunstgerechte Abbalgen der Tiere bei dem bekannten
Präparator Ps. L. Martin. Darauf begab er sich nach dem Tode
seines Vaters im Jahre 1861 zu weiteren zoologischen Studien nach
München und dann an das SENCKENBERG'sche Museum nach Frankfurt
a. M. Im Jahre 1862 ging er nach Wien, um die dortigen
Sammlungen anzusehen, und nach Triest, um sich im Konservieren
von Meerestieren zu üben. Nun fuhr er nach Ägypten und ließ sich
in Kairo nieder, da er zunächst die arabische Sprache erlernen
wollte. Er wohnte in einem arabischen Mietshause und lebte nun
in allen Stücken arabisch, was ihm „ungemein behagte“ und ihn
rasch in die fremde Sprache und Denkweise einführte, da er mehr
mit Eingeborenen als mit Europäern verkehrte. Es ist ein Beweis
seiner Anspruchslosigkeit und seiner Anpassungsfähigkeit, daß er sich
so leicht in die arabische Lebensweise hineinfand und sich nun auf
Jahre hinaus in das einsame arabische Städtchen Koseir begab, wo
ein Besuch von Europäern ein seltenes Ereignis war. Zufällig wurde
in Koseir die Stelle eines Sanitätsarztes frei, mit welcher ein kleiner
Gehalt verbunden war. KLUNnzınGER meldete sich für diese Stelle,
und sie wurde ihm von der ägyptischen Regierung nach mancherlei
Schwierigkeiten übertragen. Im Februar des Jahres 1864 fuhr er
auf einer Barke den Nil hinauf nach Kehe in Oberägypten, wozu
drei Wochen nötig waren, und gelangte von dort nach fünftägiger
Reise durch die Wüste an seinem Bestimmungsorte an.
Koseir ist ein kleines Städtchen von etwa 1200 Einwohnern
mit gesundem und mäßig warmem Klima. Auf der Landseite von
der Wüste umgeben, besitzt es keine Vegetation. Es gab in der
damaligen Zeit auch kein Trinkwasser, sondern solches wurde von
Beduinen in Schläuchen auf Kamelen aus dem Gebirge ‘herbeigebracht!,
‘Der Ort diente als Hafenplatz für die Ausfuhr von Getreide
nach dem unfruchtbaren Arabien und war der Durchgangs-‘
Das Grundwasser ist fast ebenso salzig wie das benachbarte Meer. da
nur selten Reyen fällt.