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schwarm, dessen Einzelpunkte sämtlich unterhalb der Mediane liegen
müssen, da der Abfluß nie größer als der zugehörige Niederschlag sein
kann. Die „Mittellinie“ des Punktschwarms hat erfahrungsgemäß die
Neigung, konvex gegen die Abszissenachse zu verlaufen. Befindet sich ein
Punkt A oberhalb der Mittellinie, so fließt in dem zugehörigen Gebiet verhältnismäßig
zuviel ab. Das kann von verschiedenen Ursachen herrühren,
sei es von verhältnismäßig niedriger Mitteltemperatur, oder. von großer
Durchlässigkeit des Bodens, die vor Verdunstung schützt, oder von
schwacher Waldbedeckung, die geringen Wasserverbrauch für die Vegetation
bedingt (verlustarmes Gebiet). Punkt B dagegen entspricht einem
verlustreichen Gebiet wobei der Verlust von hoher Temperatur, von
andurchlässigem Untergrund oder von starker Vegetationsdecke herrühren
kann. Von weiteren Einflüssen ist das durchschnittliche Gefäll im Flußgebiete
und die zeitliche Verteilung des Niederschlags zu nennen. Die
Ordinatendifferenz gegen die Mediane stellt offenbar die Verdunstung
dar. Wird diese als besondere Linie aufgezeichnet, so erhält man eine
zunächst rasch, dann langsamer ansteigende Kurve (V), die ein gewisses
Maximum nicht überschreitet, da der Verdunstung durch die Temperatur
Grenzen gesetzt sind. Man hat mehrfach versucht, eine Gleichung für
die Mittellinie oder Hauptlinie des Abflusses aufzustellen.
So suchte PEncxg (7) (8) sie durch eine lineare Gleichung, ULE (9)
durch eine Parabel vom 3. Grad, SCHREIBER (10) durch eine Exponentialkurve
darzustellen, während KELLER die Hauptlinie aus einem krummlinigen
und einem geradlinigen Stück zusammensetzt. In der kritischen
Besprechung von WıLHELM SCHMIDT (11) wird dem SCHREIBER’schen
Ansatz der Vorzug gegeben, zugleich aber betont, daß die Gleichung
eben nur für das betrachtete Intervall gültig sei und eine Extrapolation
sich nicht ohne weiteres rechtfertigen lasse. Ich selbst möchte dieser
mathematischen Darstellung keine zu große Bedeutung beilegen, da
die dort auftretenden Konstanten immer nur für bestimmte Fälle gelten
und einer physikalischen Bedeutung entbehren. — Nachdrücklich wird
ferner von den genannten Autoren darauf hingewiesen, daß ein wesentlicher
Unterschied zwischen den Abflußverhältnissen in dem gleichen
Flußgebiet von Jahr zu Jahr und beim Übergang von einem Flußgebiet
zum andern «besteht. Denn nicht bloß der Betrag des. Niederschlags
ändert sich stark von. Jahr zu Jahr, sondern auch seine Verteilung über
das Jahr, sodaß wir bei demselben Niederschlag in demselben Flußgebiet
ganz verschiedene Abflußnrozente erhalten können. Man hat
demnach zu den eben genannten Einflüssen des Niederschlags,
der Durchlässigkeit, der Waldbedeckung. des Ge-