Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 72, 1916)

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fälls auf den Abfluß als weitere wesentliche Veränderliche die Zeit
in Rechnung zu ziehen. Bei so vielfachen verschiedenartigen Einflüssen
muß vor allem davor gewarnt werden, die erhaltenen Resultate bei
neuen Fällen zu sehr zu verallgemeinern.

2. Die Grundlagen für die Karten.
Als wichtiges Ziel, wenn der Abflußvorgang in sämtlichen Flußgebieten
 der Erde bekannt wäre, bezeichnet W. ScHMıDT die punktweise
Darstellung dieser Vorgänge in Form von Karten. Diesen
Vorschlag habe ich, soweit es die vorhandenen Hilfsmittel zuließen,
fir Württemberg und die angrenzenden Gebiete
durchzuführen versucht. Aus den württembergischen amtlichen Veröffentlichungen
 standen mir etwa 40 Pegelstationen mit den zugehörigen
Wassermengenkurven zur Verfügung; dazu traten etwa 10 badische
und bayerische Pegel. Durch die Freundlichkeit der K. Württ. Ministerialabteilung
 für Straßen- und Wasserbau wurde mir ferner die Benützung
 einiger nicht veröffentlichter Hilfspegel gestattet. Weitere
Angaben erhielt ich durch das Entgegenkommen der Bauinspektion
für das Murgwerk und des Städt. Elektrizitätswerkes in Ulm. Außerdem
 konnten der Literatur zahlreiche Einzelangaben entnommen werden,
welche fehlende Pegelangaben bis zu einem gewissen Grade ersetzten.
Ein Verzeichnis der hiebei benützten Druckwerke ist im Literaturverzeichnis
 (12) bis (26) enthalten. Es gelang so, das betrachtete Gebiet
 in etwa 100 Einzelgebiete zu zerlegen (vergl. Taf. V, Karte 1), bei
denen einigermaßen genügende Angaben für das Mittelwasser, für
den Märzdurchschnitt, den Septemberdurchschnitt und die Dürreperiode
des Jahres 1911 zur Verfügung standen. Im allgemeinen ist jedem
Gebiet eine Pegelstation zugeordnet, die in der Regel am Auslauf des
Gebiets liegt. Bei einer Anzahl von Flußgebieten, besonders bei Lauter,
Fils, Rems und Murr, haben die kleineren Teilgebiete nur einen gemeinsamen,
 am Hauptfluß gelegenen Pegel. Es wird also angenommen,
daß der zeitliche Verlauf des Wasserstandes in allen Teilgebieten derselbe
ist, was bei einer Mittelbildung über Monate und Jahre keinen großen
Fehler hervorrufen kann.
Die Gebiete sind von sehr verschiedener Größe. Am besten läßt
sich die Abflußverteilung da angeben, wo viele Unterabteilungen vorhanden
 sind; dieser Umstand trifft außer für die genannten Gebiete auch
für den Schwarzwald zu. Ein günstiges Moment liegt darin, daß stark
zerlegte Gebiete gerade- dort liegen, wo die Niederschlags- und Abflußkurven
 am dichtesten sich drängen. Ungünstig liegen die Verhält-
            
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