Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 72, 1916)

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gestattet, seine handschriftlichen Aufzeichnungen zu: benützen. Auch
für den März und September Niederschlagskarten zu entwerfen, war
nicht rätlich, da die zeitliche Verschiebung des Abflusses gegen den
Niederschlag sich schon zu sehr geltend macht. Wenn man einen Vergleich
 zwischen der Genauigkeit der Abflußkarte und der Niederschlagskarte
 ziehen will, so fällt dieser zweifellos zugunsten der Niederschlagskarte
 aus, schon wegen der gleichmäßigeren Verteilung der Stationen.
Einen Vorzug hat die‘ Abflußkarte aber doch: die hier verwandten
Zahlen gehen aus Summen für ganze Gebiete hervor, während die
Niederschlagshöhen gewissermaßen nur Stich proben für einzelne
Orte darstellen.
Endlich möchte ich hier meine Stellung zur Grundwasserfrage
 darlegen. Ein Haupteinwand, der gegen die Abflußmessungen,
namentlich soweit es sich um den Vergleich mit dem Niederschlag handelt,
erhoben wird, ist der, daß ein großer Teil des. meteorischen Wassers
nicht in oberflächlichen Wasserläufen, sondern unterirdisch zum Ab-Aluß
 gelangt. Was verstehen wir zunächst unter Grundwasser? Wenn
wir darunter selbständige unterirdische Wasserstränge begreifen, wie
sie namentlich in Kalkgebirgen vorkommen, so müssen wir diese beim
Beginn und Ende ihres unterirdischen Laufs messen und als solche in
das Gesamtbild einfügen. Dies ist im vorliegenden Fall bei der Donauversickerung,
 bei den großen Albquellen und an anderen Stellen geschehen.
 Schwieriger liegt die Sache, wenn neben den Flüssen stark
durchlässige, z. B. diluviale Ablagerungen hergehen, die als Grundwasserträger
 im engeren Sinn anzusehen sind. Zweifellos sind die Wassermengen,
 die hier erbohrt werden, oft sehr ergiebig. Es fragt sich aber,
ob sie es auf die Dauer sind, ohne daß die umliegenden Flußläufedadurchangezapft
 werden. Niemand wird zweifeln,
daß das Wasser der alten Stuttgarter Wasserversorgungsanlage im wesentlichen
 dem Neckar entstammt, daß ferner das Grundwasser der Iller
bei Dietenheim und Illerrieden in der Hauptsache aus dem Fluß selbst
herrührt, wie ja aus den Grundwasserhorizontalen deutlich hervorgeht.
Trotzdem merkt man im Hauptfluß von diesen Abströmungen nichts,
weil eben die Verluste, so stark sie absolut sein mögen, doch nur einen
kleinen Teil der gesamten Wasserführung darstellen. Die gesammelten
Grundwasserbäche bei Illerrieden, wo besonders günstige Bedingungen
für die Grundwasserbildung vorliegen, stellen bei ihrem Einfluß in die
Her nur einen ganz unbedeutenden Teil der Hauptmasse des Flusses
dar. Damit ist die Frage, ob man für den Gesamtabfluß mit hinreichender
Genauigkeit den oberflächlichen Abfluß setzen kann, für das vorliegende
            
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