Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 75, 1919)

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portionen von Brachiosaurus und Diplodocus sind sicher nicht die 
gleichen, denn bei Diplodocus ist der Hinterfuß wesentlich länger 
als der Vorderfuß, dagegen bei Brachiosaurus ist nach amerikanischen 
Funden der Vorderfuß um ein Minimum länger als der Hinterfuß, 
folglich werden auch die übrigen Teile andere Verhältnisse auf- 
weisen. Das Nähere wird die in Aussicht stehende Bearbeitung 
von Prof, JAanenscH in Berlin wohl bald zeigen. Jedenfalls aber 
sind die neu ausgestellten Skeletteile von Diplodocus und von 
Brachiosaurus wesentliche neue Anziehungspunkte für die paläonto- 
logische Universitätssammlung in Tübingen. Einige andere Sauro- 
podenreste, die nicht dem obersten, sondern dem mittleren Jura 
angehören, sollen demnächst auch neu aufgestellt werden. 
No. 3. Mosasaurier. 
Mit 2 Abbildungen auf Taf. VIII. 
Überall, wo sich nicht allzu landferne Meeresablagerungen 
der oberen Kreide finden, kennt man darin auch Reste der großen 
schwimmenden sogenannten Mosasaurier. Zuerst wurden sie aus 
Belgien und Frankreich bekannt (daher auch der Name „Maasechse“). 
Die schönsten und zahlreichsten Mosasaurier findet man aber jetzt 
in den oberen Kreideablagerungen des nordamerikanischen Staates 
Kansas. Infolge der Gunst eines Spenders konnte vor einigen 
Jahren durch den amerikanischen Sammler Cu. STERNBERG dort eine 
Expedition für Tübingen inszeniert werden, die uns zahlreiche 
Reste dieser Tiere geliefert hat. Zwei ziemlich vollständige Skelette 
dieser riesigen, dem schwimmenden Meeresleben angepaßten HEi- 
dechsen sind in der Sammlung u. a. aufgestellt, Zylosaurus dyspelor 
und Platecarpus coryphaeus. Die Mosasaurier zweigen infolge ihrer 
besonderen Anpassung an das Meeresleben von den Land-Eidechsen 
ab. Übergangsformen zwischen beiden kennt man aus der mittleren 
Kreide Dalmatiens. Durch Raum und Nahrung unbeschränkt nehmen 
die Meereidechsen gewaltige Größe an. Sie sind mit kleinen Haut- 
schuppen bedeckt und tragen in der hinteren Körperhälfte einen 
Hautkamm. Unser TZylosaurus ist 7,86 m und der Plntecarpus 
5,60 m lang. 
Die beiden Skelette von Tylosaurus (Abb. 1) und von Plate- 
carpus (Abb. 2) zeigen eine starke Umprägung und Anpassung an das 
schwimmende Wasserlebengegenüber den landbewohnenden Eidechsen. 
Der Kopf ist groß und mit einem starken Raubgebiß bewehrt, der
	        

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