Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 75, 1919)

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Während die Unteren bunten Mergel mit Ausnahme der Lehrberg- 
bänke keinerlei Steinmergel enthalten und feurig rot sind, weshalb 
sie auch als Rote Mergel bezeichnet werden, zeigen die Oberen 
bunten Mergel wechselnde Farben und werden von charakteristi- 
schen Steinmergelbänken durchzogen. 
An der oberen Grenze der Unteren bunten Mergel liegt bei 
Stuttgart und weiterhin im nordöstlichen Württemberg verbreitet 
die durch ihren Fossilreichtum berühmte Lehrbergbank bezw. 
die Lehrbergbänke, die von GümBeL und THürachH unter diesem 
Namen beschrieben worden sind, die aber auch schon QuU.ENSTEDT 
als Bivalven und Gasteropoden führende „Muschelbank“ oder‘ 
„schwere Bank“ gekannt hat. 
Der Stubensandstein im engeren Sinne konnte in dem 
südlich der Rems gelegenen Keupergebiete nicht weiter gegliedert 
werden. Wo etwa Mergel liegen, auf größere Erstreckung sich 
ausbreiten und dadurch vielleicht zur Bildung von Terrassen Ver- 
anlassung geben, konnte man versucht sein, eine Gliederung des- 
selben vorzunehmen. Aber weder Mergel noch andere Gesteine 
gehen im südlichen Württemberg über größere Erstreckung durch, 
stets treten sie nur lokal auf und können daher für eine weitere 
Gliederung des Stubensandsteins nicht in Frage kommen. 
Nur für die Gebiete der Löwensteiner Berge und des 
Strombergs ist eine weitere Gliederung des Stubensandsteins 
möglich. Ich habe mich daher für diese Gebiete an die oben 
genannte Einteilung von QuEnstEDT angeschlossen: die Weißen 
Werksteine entsprechen der Stufe des Kieselsandsteins, die Mergel 
der Dinkelböden den Oberen bunten Mergeln. Daher bleibt für 
den Stubensandstein im engeren Sinne die Zone des Fleins 
und die Zone des Stubensandes übrig, die durch eine Zone 
Bunter Mergel und Steinmergel getrennt werden. Über diese 
Gliederungsmöglichkeit konnte ich schon in meiner ersten Abhand- 
lung über den mittleren Keuper folgende Angaben machen: „Im 
Bereich der Atlasblätter Löwenstein und Hall, sowie im Stromberg 
ist eine deutliche zweite Terrasse über größere Strecken hin aus- 
gebildet, die dort, wenn auch ohne scharfe Grenze, den Stuben- 
sandstein in zwei Unterabteilungen trennt.“ 
Nach Osten nehmen im Gebiet des mittleren Neckars deutlich 
erkennbar die Sandsteine nach Umfang und Korngröße immer mehr 
zu und verdrängen allmählich die Mergelschichten bezw. ersetzen 
die Mergelstufen, während umgekehrt nach Westen zu die Sand-
	        

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