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Körperpflege fand eine rege, durch eine reichhaltige, aus der Heimat
gespendete Bücherei unterstützte geistige Tätigkeit statt, die sich nicht
nur in musikalischen und schauspielerischen Darbietungen, sondern namentlich
auch in wissenschaftlichen Vorträgen und Lehrgängen äußerte, so:
wie in der Herausgabe einer mittels Steindrucks hergestellten Wochenschrift.
Vortragender, der sich als Lehrer vorwiegend auf naturwissenschaftlichem
Gebiet, besonders Geologie, betätigte, legte eine große Anzahl
der von ihm selbst hergestellten Unterrichts- und Anschauungsmittel vor:
Tabellen, Tafeln, Sammlungen von Naturgegenständen, die bei der Versammlung
höchste Anerkennung hervorriefen. Längere Zeit regelmäßig
erscheinende astronomische Kärtchen trugen zur Pflege der bei den
Gefangenen sehr beliebten Sternkunde bei; auch Tier- und Pflanzenkunde
kamen trotz der Beschränkung zu ihrem Recht. In der erzwungenen
Muße war manchem der Gefangenen die Betrachtung der umgebenden
Natur in ihrer immer wechselnden Beleuchtung, im Kommen und Gehen
der Jahreszeiten, von Tag und Nacht, eine Quelle der Erquickung. Der
Redner schloß mit den Worten ALEXANDER v. HumMBoLDT’s:
„Darum versenkt, wer im ungeschlichteten Zwist des Volkes nach
geistiger Ruhe strebt, gern den Blick in das stille Leben der Pflanzen
und in der heiligen Naturkraft inneres Wirken, oder hingegeben dem
angestammten Triebe, der seit Jahrtausenden der Menschen Brust durchglüht,
blickt er ahnungsvoll aufwärts zu den hohen Gestirnen, welche
in ungestörtem Einklang die alte ewige Bahn vollenden“. E.
Oberschwäbischer Zweigverein für vaterländische Naturkunde.
Versammlung in Schussenried am 15. Oktober 1919
Die Versammlung galt in erster Linie einem Besuch der neuaufgedeckten
Pfahlbauten im benachbarten Steinhauser Ried. Auf dem Weg
dorthin besichtigte man zunächst den im Klosterhof aufgestellten prächtigen
erratischen Block aus stark gepreßtem Granit, der vor 3 Jahren
dorthin verbracht war und zur Aufnahme einer Gedenktafel für das im
Krieg gefallene Dienstpersonal bestimmt ist. Über die Jungmoräne, wo
geritztes Geschiebe durch die Fürsorge des führenden Vereinsvorstands,
Med.Rat Dr. Groß, in reichlicher Menge aufgedeckt lag, ging es dann
zum Bahneinschnitt, wo Landesgeologe Dr. Bräuhäuger die geologischen
Verhältnisse eingehend erklärte. An der Schussenquelle und am großen
Findling aus der Kreide vorbei ging man auf den Fahrweg nach Steinhausen,
angesichts dessen, außerhalb des Waldes, dann Dr. Bräuhäuser
wieder die Bildung des Glazialtales: „Federsee—Steinhausen“ erklärte
und über die Entstehung des Steinhauser großen flachen Sees und späteren
Riedes Aufschluß gab.
Nun ging es ins Ried, wo Prof. Dr. R. R. Schmidt (Tübingen)
die aufgedeckten Moorbauten, wie er sie bezeichnete, denn .sie waren