Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 76, 1920)

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In der benachbarten Schweiz kommt es deshalb besonders im Kanton 
Tessin vor, während es in der Nordschweiz nur noch zerstreut sich 
findet. Von hier aus greift es nun mit einem vereinzelten Vorposten 
ins südliche Oberschwaben herüber. Im. übrigen Süddeutschland be- 
wohnt es nur die oberrheinische Tiefebene und das Maingebiet. ‚Einen 
ganz isolierten Standort hat es noch in den Chiemsee-Mooren in Ober- 
bayern 3, 
7. Carex polygama SCHKUHR. 
Diese Pflanze ist unter dem Namen Carex Buxbaumti WAHLENBERG 
den württembergischen Floristen wohlbekannt. Schon in der zweiten 
Auflage der Flora von Württemberg und Hohenzollern (1864) hatten 
Märtens und KEMMLER einen Steckbrief auf diese Pflanze erlassen, 
und in der dritten Auflage vom Jahr 1882 ernenerte KEMMLER diesen 
Steckbrief mit dem Hinweis, daß die vielehige Segge in der badischen 
Baar bei Pfohren, also in unmittelbarer Nähe des Gebietes vorkommt. 
Zur eingehenden Untersuchung einiger zweifelhafter Laichkräuter 
vom überschwemmbaren Hang des Bodensees hatte ich mir den 11. Band 
(1907) der Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft erworben, 
der die ausgezeichnete Bearbeitung der süddeutschen Laichkräuter von 
Prof, Dr. Fıscher enthält. Dort fand ich einen Aufsatz VOLLMANN’S 
über „Neue Beobachtungen über die Phanerogamen und die Gefäß- 
kryptogamenflora von Bayern“, in welcher Studienrat HoocK in Lindau 
über die vielehize Segge folgende Angabe macht: „Auf Sumpfwiesen 
östlich und westlich vom Rangierbahnhof Lindau, im Heuried zwischen 
Lindayı und Rickenbach an mehreren Stellen, nahe dem Bodenseeufer 
bei der Laiblachmündung vor der Vorarlbergischen Grenze, in Streu- 
wiesen westlich von Wasserburg an der Bucht, stets auf Torf, ca. 400 m. 
Ist für die Flora des benachbarten Württemberg und Vorarlberg nicht 
angegeben.“ 
Damit hatte ich einen Fingerzeig gefunden, wo mit Aussicht auf 
Erfolg neue Nachforschungen nach der Pflanze angestellt werden konnten. 
Es galt, die an Bayern angrenzenden Uferstrecken des Bodensees abzu- 
suchen. Anfangs Juni dieses Jahres durchforschte ich deshalb mit Herrn 
Oberreallehrer ERLEWEIN die sumpfigen Seewiesen im Westen von Kreß- 
bronn. Nach langem und angestrengtem Suchen trafen wir sie zuletzt 
auch wirklich an. Sie ist dort zwar nicht häufig, aber doch in be- 
friedigender Zahl vorhanden. Einige Muster der Pflanze habe ich an 
den : ausgezeichneten Kenner der süddeutschen Carex-Arten, Herrn 
A. KNEUCKER in Karlsruhe zur Nachprüfung gesandt. Er hat meine 
Bestimmung richtig befunden.
	        
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