Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 77, 1921)

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gelegt. Aber wie wenn man versucht hätte, das Flußbett selbst
auszubetonieren, sieht es neben der Mauer aus. Blöcke eines beton-Ähnlichen
 Gesteins liegen herum, ein anderer Teil dieser Masse. ist
fest mit dem hier anstehenden Gipskeuper verwachsen. AErst allmählich
 überzeugt man sich, daß es eine natürliche Breccie ist,
die hier ansteht, im unteren Teil vorwiegend aus groben eckigen
Blöcken von Schilfsandstein, Stubensandstein und Rhät bestehend,
im ©oberen Teil in ein Konglomerat mit wohlgerundeten Geröllen
übergehend. Bei sehr niederem Wasserstand ist der ganze Neckar
hier auf 2 oder 3 m eingeengt, eine kurze Strecke, die bei uns
als Studenten wegen ihrer reißenden Strömung zum Schwimmen
sehr beliebt war. Die manchmal metergroßen Blöcke können unmöglich
 in der Menge, wie sie hier liegen, vom Fluß transportiert
sein, sie stammen von den nahen Höhen und sind einst heruntergepoltert,
 als oben noch Rhät anstand und die Höhen noch nicht
so weit nach N zurückgewichen waren. Sie haben also ein nicht
uanbeträchtlich höheres Alter als die oberen Teile der Kiesablagerung.
 Da aber ihre Bildung frühestens in das späte Diluvium fällt,
sind sie ein Beweis für die schnelle Abtragung unserer Höhen.
Merkwürdigerweise habe ich die sonderbare Verkittung an dieser
Neckarstrecke — besser ist sie noch auf dem anderen Ufer zu
sehen, man konnte sie auch bei der Wiederherstellung der Hochwasserschäden
 am Hochflutkanal an der Bahnbrücke beobachten —
bisher nirgends erwähnt gefunden. Nur von Rottenburg beschreibt
HELD ein ähnliches Vorkommen (4), auch hier liegen zuunterst grobe
Blöcke. Von den hochgelegenen Schottern im Weggental bei Rottenburg
 dagegen ist die Verkittung lange bekannt. Es liegt die Vermutung
 nahe, daß das trotz seines Widerstandes gegen die Strömung
nicht allzufeste Bindemittel der auf Gipskeuper aufliegenden Breccie
und der Nagelfluh aus Gips besteht, zumal das Grundwasser des
Neckars äußerst reich an Gips ist. Die Untersuchung hat die Vermutung
 nicht bestätigt. Das Bindemittel, zwischen dem in großer
Menge Partikelchen von Keupermergel liegen, besteht aus Kalk.
Kalk ist auch jetzt noch im Niederwasser des Neckars nach ScHüR-MANN
 (5) so reichlich vorhanden, daß er in Form kleiner Rhomboeder
abgeschieden wird, aber trotzdem glaube ich nicht, daß die Verkittung
 jetzt noch vor sich geht. Ich vermute mehr, daß sie aus
ainer Zeit stammt; in der das Neckarbett noch breit und unregelmäßig
 war; damals als die Schwemmlößdecke noch nicht über den
Schottern lag, konnte das Wasser unmittelbar aus der Geschiebe-
            
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