Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 82, 1926)

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licher erscheint mir, daß die Ablagerungen des Sarmatium hinter denen
des Tortonium sowohl der Zeitdauer als der Mächtigkeit nach stark
zurücktreten.
Die wichtigste Frage, die nach dem Alter der Eruptionen, muß
daher, etwas abweichend von dem auf zu spärlichen Fossilien sich gründenden
 Ergebnis von EHrAT-Jooss (7, S. 6): „daß die vulkanischen
Eruptionen im Kirchheim — Uracher Gebiet im Tortonien einsetzten
und bis zum Ende des Sarmatien andauerten‘‘, wohl dahin beantwortet
werden, daß die meisten Eruptionen; wahrscheinlich sogar
alle, im Tortonium einsetzten und auch während dieser
Zeit erloschen. Bis jetzt spricht keine Tatsache dagegen. Im Gegenteil,
 gerade die Tuffe des Randecker Maares, deren angeblich verschiedenes
Alter die langandauernde vulkanische Tätigkeit beweisen mußte, haben
sich als gleichalterig erwiesen.
Es ist sogar möglich, den Zeitpunkt des Beginns der Eruptionen
genauer anzugeben als früher. Teilt man nach Jooss (zitiert bei HENNIG,
12, S. 237) die tortonischen Silvana-Schichten ein in:
Obere Silvana-Schichten mit Cepaea silvana malleolata,
Mittlere Silvana-Schichten mit C. silvana silvana und Tropidomphalus
 incrassatus,
Untere Silvana-Schichten mit C. dentula,
so sind wir nach dem Auftreten von Tropidomphalus ( Tropidomphalus)
inerassatus incrassatus (KLEIN) in den hellen Tuffen des Maares von
Randeck und Hengen-Süd wohl berechtigt, den Beginn der Eruptionen
 in die Zeit der mittleren bis unteren Silvana-Schichten
 zu stellen. ;
Die Ablagerung der fossilführenden Süßwasserschichten, einschließlich
 der geschichteten Tuffe, setzte im Maar von Randeck, Hengen-Süd,
 Laichingen (?), Würtingen, Grabenstetten, Rauberbrunnen und
vielleicht auch Böttingen, dessen Schneckenfauna in den dunklen Tuffen
ergänzt und noch einmal nachgeprüft werden muß, im Laufe des Tortonium
 ein. Die auffallenden, ins Sarmatium zu stellenden Sprudelkalkbildungen
 von Böttingen und Laichingen, vielleicht auch die Thermalbildungen
 im Randecker Maar (Aragonitvorkommen und Verkieselung
in den Pflanzenschiefern) lassen daher eher an ein Wiederaufleben der
vulkanischen Kräfte als an ihr Abklingen denken. Daß es im Sarmatium
noch einmal zu vulkanischen Durchbrüchen kam, wie nach der Darstellung
 RecK’s (21, S. 224) im Hegau nach der tortonischen Vorphase.
ist möglich, aber in den bis jetzt näher untersuchten Maaren der Albhochfläche
 nicht nachweisbar.
            
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