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umgekehrt. Hier fällt in den höheren Lagen in den Wintermonaten mehr
Niederschlag als im Sommer. Die Ursache bilden die im Winter häufigen
west —südwestlichen Depressionsregen, die feuchte ozeanische Luft mit
sich führen und beim Auftreffen auf das quer zu ihnen stehende Gebirge
zum Emporstieg und Abgabe der Feuchtigkeit gezwungen werden, Im
Algäu, das den tegenbringenden Winden parallel läuft, liegen die Verhältnisse
normal. Wenn man nun die ganz Württemberg nach seiner
Höhenlage normalerweise zukommende Niederschlagsmenge ausrechnet,
findet man, daß Württemberg zu wenig Niederschläge bekommt. Bei
500 m mittlerer Höhe sollte es 950 mm haben, tatsächlich bekommt es aber
nur 840 mm, der Schwarzwald dagegen zu viel. Das ganze Land liegt also
gewissermaßen im Regenschatten des Schwarzwalds. Das hat weniger
für die Vegetation als für die Wasserwirtschaft Bedeutung.
Seemann.
Oberschwäbischer Zweigverein für vaterländische Naturkunde‘.
Versammlung zu Aulendorf am 2. Dezember 1925.
Nach freundlicher Begrüßung erledigte der Vorsitzende, Obermedizinalrat
Dr. Gross (Schussenried), einige geschäftliche Angelegenheiten und
gedachte des frühen Hinscheidens eines eifrigen Mitglieds, des Baurats
LAMPARTER. °
Privatdozent Dr. Reinerth (Tübingen) sprach sodann über „Die
vorgeschichtliche Wasserburg Buchau“, deren Ausgrabungen
er leitete.
Gemeinderat KUÜCHLE (Buchau) hatte im Oktober 1920 Mitteilung
gemacht von einem rätselhaften Pfahlkreis auf seinen Wiesen im
Egelsee; diese führte zur Entdeckung einer Siedlung durch das Urgeschichtliche
Institut Tübingen. In drei Grabungsperioden 1921, 1922
und dann wieder 1925 sind jeweils größere Teile der im Moor einzigartig
erhaltenen Befestigungsanlagen wie der Siedlung vom
Urgeschichtlichen Forschungsinstitut Tübingen und von dem Altertumsverein
Buchau in gemeinsamer Arbeit aufgedeckt worden. Die diesjährigen
ausgedehnten Grabungen haben die Klarlegung der landschaftlichen Verhältnisse,
die planmäßige Aufnahme der Befestigungen und die stratigraphische
Gliederung der Kleinfunde (der Töpferei, der Bronzen usw.) zur
Hauptaufgabe gehabt. Daneben gelang die Freilegung eines besonders
In diesen Jahresheften Jahrg. 80, 1924, S. LXXXI/II wurde ein dem
Schwäb. Merkur entnommener Bericht über den am 22. Nov. 1922 in Aulendorf
von Prof. Dr. R. Löffler gehaltenen Vortrag „über den heutigen Stand der
Geologie im Ries‘ abgedruckt. Wie Herr Prof. Löffler mitteilt, stimmt dieser
Bericht inhaltlich nicht mit seinen Ausführungen überein. Eine zusammenfassende
Darstellung der Anschauungen des Redners findet sich in den „„Jahresber.
und Mitt.“ des Oberrheinischen geol. Vereins Jahrg. 1925, S. 26/83, sowie auch in
„Aus der Heimat‘‘, Zeitschrift des Deutschen Lehrervereins für Naturkunde,
37. Jahrg. 1924. Heft VI. S. 84—89 E.