Baumaschinen.
Anschließend an unsere Ausführungen über die Arbeitsvorbereitung von Bauvorgängen besprechen wir die gebräuchlichsten
3aumaschinen. Arbeitsvorbereitung und Baumaschinen stehen in direktem Zusammenhang. Die Veränderungen, die der heuige
Baubetrieb gegenüber früher aufweist, haben ihre Ursache in der Verwendung neuer Maschinen. Wir wollen in nach-'olgendem
einen Einblick in das Gebiet der Baumaschinen geben. Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht gemacht. Es werden
fortlaufend Neuheiten auf den Markt gebracht, die sich erst bewähren müssen. Entscheidend wird bei allen Maschinen
stets sein, daß sie am richtigen Platz verwendet werden. Hierüber kann nichts allgemein Gültiges gesagt werden. Jejer
Bauplats und jedes Bauobjekt verlangt seine besonderen Überlegungen. Bei einzelnen Gebieten wie Erdarbeiten, Gründungen
usw. werden wir auch auf Arbeitsvorgänge mit Maschinen eingehen. Die mit + bezeichneten Abschnitte sind mit freundliher
Erlaubnis des Verfassers dem Werk „Baumaschinen" von Prof. H, Feihl, Nürnberg, entnommen. Beim übrigen Text wurde
las Werk Feihl, beim Abschnitt Gukbetonverteilung der „Bauratgeber" von Junk-Herzka, Wien, mitbenükt.
Winke für den Einkauf von Maschinen.
Bei der Anschaffung einer neuen Maschine hole man sich
ain Kostenangebot ein von einer Maschinenfabrik, die als
gute leistungsfähige Firma bekannt ist und zum Vergleich
vielleicht auch ein Angebot von einer weniger bekannten
Zirma. Empfehlenswert ist es, die Kostenangebote von einem
Sachverständigen auf alle Einzelheiten, Preise und Umfang
des Angebots prüfen zu ‚lassen. Die Preise können beispielsweise
stark voneinander abweichen dadurch, daß die
als bekannt gute Fabrik einen höheren Preis stellt wegen
ıhres jahrelang erprobten Erzeugnisses oder daß der
Umfang der Lieferung größer ist, während beim ande-‚en
Angebot verschiedene Zubehörteile zur vollständigen
Maschinenanlage fehlen können. Der höhere Preis kann
auch teilweise durch stärkere Ausführung einzelner Teile
gerechtfertigt sein, was in dem Angebot durch größere
Gewichte zum Ausdruck kommt.
Hat man sich für ein bestimmtes Erzeugnis entschieden, so
<xann die Bestellung erfolgen unter Berücksichtigung der
Lieferbedingungen und des Kostenangebots, das den Umjang
der Lieferung sowie auch die Garantien enthalten
soll. Bei großen Objekten läßt man sich zweckmäßig einen
Werkvertrag vorlegen, der die wesentlichsten Punkte entanthält:
Umfang der Lieferung, Gewährleistung für die
Güte der Konstruktion, für Leistung, Kraftbedarf, ferner
über Aufstellung, Inbetriebsekung und Garantiezeit. Ist die
Maschine eine gewisse Zeit in Betrieb, so wird man sie
auf die Garantiebedingungen prüfen bezw. prüfen lassen.
Die Formel über die Zusicherung der Güte der Ausführung
‚autet etwa:
„Der Lieferer leistet für die Güte der Konstruktion und
Ausführung sowie für bestes Material Gewähr ein Jahr lang
(6 oder 3 Monate) vom Tage der Inbetriebsetzung an gev‚echnet
in der Weise, daß er für alle während dieser Zeit
eifwa vorkommenden Schäden infolge schlechten Materials,
fehlerhafter Konstruktion oder mangelhafter Ausführung in
möglichst kurzer Zeit unentgeltlichen Ersatz leistet.“ ;
Der Beginn der Garantiezeit ist schriftlich festzuleaen.
‚Einteilung der Baumaschinen.
Die im Bauwesen verwendeten Maschinen kann man in
3ezug auf ihre Haupttätiakeit in zwei groke Gruppen einieilen:
1. Kraffmaschinen. Das sind krafterzeugende oder Antriebsmaschinen,
die irgend eine Energieform in mechanische
Arbeit umwandeln: Dampfmaschinen, Verbrennungskraftmaschinen,
Elektromotoren.
2. Arbeitsmaschinen. Das sind mechanische Arbeit vervichtende
oder angetriebene Maschinen: Pumpen, Hebevorrichtungen,
Aufzüge, Fördereinrichtungen, Bagger, Rammen,
Betonmischer, Strakgenbaumaschinen, Werkzeuqg- und
Hilfsmaschinen.
nn ‚üftimaschinen. -
Die im Bauwesen verwendeten Kraftmaschinen kann man
ainteilen:
Il. Dampfmaschinen (feststehende Maschinen für Bagger
Rammen, ferner bewegliche für Lokomobilen, Lokomotiven).
Sie nüben die Spannkraft des Wasserdampfes aus, wobei
die Wärme außerhalb der Maschine in besonderen Dampf-<esseln
erzeugt wird.
». Verbrennungskraftfmaschinen (Benzolmaschinen und
dDieselmaschinen). Bei ihnen wird die Spannkraff der plößich
verpuffenden Gase oder verbrennenden Oldämpfe
jusgenütt. Sie unterscheiden sich von den Dampfmaschinen
vesentlich dadurch, daß bei ihnen die Wärme (durch Ver-»rennung)
innerhalb der Maschine selbst erzeugt wird. Dalurch
wird der Gesamtwirkungsgrad viel größer als bei
)ampfmaschinen.
3. Elektromotoren. Bei diesen wird die Spannung des
alektrischen Stromes zur Energieerzeugung nukbar gemacht.
. Wirtschafflichkeit und Wahl der Kraft:
maschinen,
degeln für die Wahl der Betriebsart, ob Dampfmaschine,
/erbrennungskraftmaschine oder Elektromotor oder für die
3röße einer Kraftmaschine lassen sich im Bauwesen sahr
ichwer aufstellen, da diese Maschinen auf jeder Baustelle
ınter ganz verschiedenen Verhältnissen arbeiten müssen.
Yan wird eben von den auf dem Maschinenlager zur Verügung
stehenden Kraftmaschinen die für die betreffende
jaustelle wirtschaftlichste Maschine wählen. Es kommt auch
Jarauf an, ob mehrere auf einer Baustelle verwendete
Maschinen gemeinsam von einer Krafimaschine angetrieben
werden können oder ob manche zweckmäßig Einzelantrieb
Wasserpumpe unmittelbar mit Elektromotor gekuppelt)
arhalten müssen. Im allgemeinen sind für die Wahl der
Craftmaschinen maßgebend:
. Die Wirtschaftlichkeit oder die Betriebskosten für ein PSeh.,
» Die Betriebssicherheit,
. Die rasche Betriebsbereitschaft und Überlastungsfähigkeit,
‘Die Einfachheit und Unempfindlichkeit.
die Elektromotoren stehen wohl in Bezug auf Einfachheit
der Bedienung und rascher Betriebsbereitschaft obenan;
sie sind mit fortschreitender Ausbreitung der Elektrizitäts-‚ersorgung
an jeder größeren Baustelle leicht anzuschließen.
die Betriebskosten kommen jedoch bei den teueren Strom-»reisen
verhältnismäßig hoch.
Die Dampfmaschine ist unstreitig die unempfindlichste und
auch betriebsicherste Maschine. Sie kann auch am meisten
iberlastet werden und es lassen sich mit Hilfe des Kessellampfes
außer der Betriebsdampfmaschine noch andere
Maschinen, z.B. Dampframmen, Pulsometer betreiben. Un-»equem
aber ist das Mitführen des Brennstoffes, die Be-:chaffung
des Speisewassers und nachteilig die lange Anıeizzeit,
besonders, wenn die Maschine nur für kurze Zeit
»etrieben werden muß.
die Verbrennungskraftmaschine vereinigt in weitgehendem
Yaße die Vorteile der beiden anderen Maschinen, ohne
deren Nachteile zu besibßen. Sie ist rasch betriebsbereit,
der Brennstoff kann leicht mitgeführt werden; sie ist bei
dem heutigen Stand der Konstruktion auch vollkommen
»etriebsicher und leicht zu bedienen. Sie ist allerdings
wenig überlastbar, hat aber den Vorteil, daß bei Belastungs-;schwankungen
zwischen Normalbelastung und der Hälfte
der Belastung der Brennstoffverbrauch für ein P Seh. sich
wenig ändert.