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scheinend ziemlich tiefe Lage des Magmas dort (unter 500 m). Eine schmale
schwache ostwestliche Kammlinie dort könnte als dünner vulkanischer
Spalt im Sinne der Sprengtheorie gedeutet werden. Der Höhenzug Galgenberg-Bürgel
liegt in einem Gebiet geringerer magnetischer Intensität, ist
also sicher kein magmatisch aufgepreßter Horst. Die magnetische Kammlinie
im Stubental spricht für Aufdringen des Magmas (etwa bis 500 m
unter Tage) unter Aufbersten der Schichten. Das Tal folgt wohl den
vulkanisch entstandenen Klüften und Spalten. Entsprechend fällt der
Taldurchbruch südlich Sontheim mit einem steilen Abfall der Vertikalintensität
zusammen. Im übrigen scheinen die magnetischen Störungen
die an der Erdoberfläche nachweisbaren tektonischen Störungszonen
nicht unmittelbar abzubilden. Seemann.
Im zweiten Vortrag gab Hauptkonservator Dr. Lindner an der Hand
zahlreicher hübscher Lichtbilder einen Bericht über die Deutsche
Chaco-Expedition 1925/27. HEinleitend skizzierte Redner
die. klimatischen Verhältnisse der bereisten Länder, die sehr unter dem
Einfluß der kalten antarktischen Luftströmungen stehen, so daß Baumwoll-,
Bananenkultur usw. erst nördlich des Chaco durchgeführt werden können.
Bedingt durch dieses Klima ist die Vegetation und die Tierwelt. Dazu
kommen die langandauernden Trockenzeiten, die alle sieben Jahre durch
langanhaltende Überschwemmungen abgelöst werden, und der im Zusammenhang
damit stehende schwankende Salzgehalt des Bodens, Faktoren,
die eine Landschaftsform von großer Eigenart und Eintönigkeit, aber mit
einer sehr charakteristischen Pflanzenwelt, die Salzsümpfe (Salıtfrales)
schaffen. Bezeichnend für den ganzen Chaco ist die schöne hochstämmige
Wachspalme (Copernicia cerifera) und für weite Gebiete die Buschform
vieler Pflanzen, die im Bereich der Kordillere als ansehnliche Bäume auftreten.
Im übrigen reicht der andine Einfluß nicht sehr weit. Er ist Ursache
einer besonderen Pflanzenformation, in der u. a. Kakteen eine große Rolle
spielen. Nicht nur sehr malerisch, sondern auch wissenschaftlich interessant
sind die Durchbrüche der größeren Flüsse, wie des Rio Pilcomayo u. a.,
durch den Rand der Kordillere. Im Bereich der eigentlichen tropischen
Zone liegt erst der nordwestlichste erreichte Punkt der Expedition, die
eigenartige, weltabgelegene Stadt Santa Cruz bzw. Buena Vista, eine
Gegend, die an der Grenze des subandinen Regenwaldes liegt. Von dort
ging es durch den trockenen Monte Grande (großer Wald!), der wegen
seiner Indianer berüchtigt ist, ostwärts nach dem Quarzitsandsteingebiet
der Sierra von Chiquitos, einem über 1000 m hohen landschaftlich schönen
Gebirge und wissenschaftlich wenig erforschten, sicher ergiebigen Gebiet.
Es ‚lebte einst, nachdem seine Erschließung durch die Jesuitenmissionen
angebahnt war, vom Gummi, der aus dem Norden hierher und dann weiter
an den Rio Paraguay gebracht wurde. Heute ist, nachdem der Gummi
anderwärts in Plantagen gebaut wird, das ganze Land im Verfall begriffen.
Nach einem Besuch des schön und-gesund gelegenen Santiago de. Chiquitos
erreichte die Expedition — die Regenzeit hatte eben mit Macht eingesetzt —
im November das brasilianische Corumba am Rio Paraguay und war damit
beendet. Reiches wissenschaftliches Material brachte sie glücklich nach