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Hause, das nun seiner Bearbeitung durch Spezialisten entgegengeht und,
soweit es sich um die zoologische Ausbeute handelt, zum großen Teil Eigentum
der Württ. Naturaliensammlung wird. Seemann.
Als dritter Redner sprach Reallehrer G, Stettner über den
Untergrund von Heilbronn. Er hatte dazu ein reiches Material
alter und. neuer Tatsachen, vor allem die Ergebnisse von mehr als 40 Tiefbohrungen
im Stadtgebiet gesammelt und in einem Längs- und Querschnitt
graphisch dargestellt. Außerdem legte er eine von ihm aufgenommene
geologische Karte der Stadtmarkung im Maßstab 1:5000 vor. Der Vortragende
erläuterte zunächst die Tektonik des Talkessels unter Hinweis auf
die augenfälligsten Störungen in diesem Muldengebiet. Die Bohrprofile zeigen
eine von der bisherigen Auffassung nicht unwesentlich abweichende Beschaffenheit
des Untergrundes, namentlich hinsichtlich der diluvialen
Ablagerungen. Die Hochterrassenschotter erreichen 34 m Mächtigkeit,
ihre Höhenlage ist sehr wechselnd. Rätselhaft ist, daß über den ältesten
Neckarschottern im Untergrund beträchtliche Massen von Keuperschutt
lagern. Noch rätselhafter sind solche Schuttmassen im Untergrund ohne
Schotterunterlage. Auch die Zusammensetzung der Schotterlager wechselt
sehr. Die geologischen Vorgänge, die diesen Erscheinungen zugrunde
liegen, sind. nicht leicht zu deuten. Mit der bisherigen Auffassung über
die Entstehung der Heilbronner Mulde sind die tiefgelegenen Juraschotter
und die Keuperschuttmassen nicht zu vereinbaren. Zu Beginn der mitteldiluvialen
Zeit muß eine große tektonische Katastrophe die Oberflächenverhältnisse
des Neckargebietes von Grund auf geändert haben. Die
emporgehobene Lauffener Scholle muß den Neckar geraume Zeit am
Weiterfließen nach Norden gehindert haben. Nachdem der Neckar die
Lauffener Barre überwunden hatte, zersägte er rasch den Muschelkalk
and konnte wegen seines starken Gefälles Massen von Kalkstein in großen
Blöcken transportieren. Die verschiedene Höhe der Schotter auf beiden
Talseiten ist nicht tektonisch zu erklären. Hier handelt es sich um einen
jüngeren Schotterzug, der nach der Wiederausräumung der östlichen
Talbucht abgelagert worden ist. Die großen Schollenbewegungen am unteren
Neckar waren also in der Hauptsache schon vor der Niederterrassenzeit
abgeschlossen. Um diese schwierigen Fragen zu klären, müssen alle Fossilfunde
in diesen Schichten sorgfältig gesammelt und den zuständigen Stellen
zugeführt werden. > Seemann.
Eine Diskussion dieses Vortrags, während dessen einzelne Zwischenrufe
auf das Vorhandensein abweichender Meinungen hindeuteten, mußte wegen
Zeitmangels unterbleiben.
Wissenschaftliche Abende des Vereins in Stuttgart.
25. Oktober 1926. — Landesgeologe Dr. W. Kranz sprach
über „Neuere geologische Forschungen im Steinheimer
Becken, Ries und Vorries.“