Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 86, 1930)

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Beobachtungen der Öffentlichkeit in der Hoffnung; daß es doch früher
oder später einem Fachgenossen möglich sein wird, an diese Darstellung
anzuknüpfen und ein lückenloses Bild der Tier- und Pflanzenwelt der
Albhöhlen zu zeichnen.
Für Unterstützung bei meiner Arbeit bin ich neben Herrn Prof.
Dr. LAMPERT (f) vor allem Herrn Hauptkonservator Dr. LINDNER großen
Dank schuldig. Er hat auch die Bestimmung der Mücken (Nematocera)
übernommen, Ebenso danke ich Herrn Prof. Dr. ScHMmz-Valkenburg
(Holland) für die Bestimmung der Fliege Triphleba aptıina, Herrn
Hofrat REITTER-Paskau (Mähren) für die des Käfers Quediuws mesomelinus,
 Herrn Oberlehrer LörrLER-Heidenheim für die des Schmetterlings
 Triphosa : dubitata. Auch Herrn Ingenieur RösLE-Heidenheim
spreche ich an. dieser Stelle warmen Dank aus für die Überlassung
der Höhlenskizze und der beiden Bilder. .
Das Hessenloch ist zugänglich durch einen 8—9 m langen Schacht,
dessen Wände so glatt sind, daß man nur mit Hilfe einer Leiter eindringen
 kann. Dieser Schacht mündet in eine stattliche einheitliche
Halle, von der ein unregelmäßiges Netz von Spalten und Klüften ausgeht,
das zu der neuentdeckten unteren Halle führt. Schon in dieser oberen
Halle fand sich eine interessante Tierwelt. Es ist selbstverständlich.
daß der‘ Einstiegsschacht auf die Tierwelt der Oberfläche als Falle
wirkt. So fanden sich hier eine Reihe von unfreiwilligen Gästen, vor allem
Grasfrösche (Rana temporaria) und. Blindschleichen (Anguis. fragilis).
Auch ein stattliches Stück des großen Kammolchs (Molge cristata)
lebte hier in Dauerhaft. Diese Tiere dürften imstande sein, in der Höhe
längere Zeit ihr Leben zu fristen. Nahrung bieten Ihnen einmal Insekten,
 besonders Käfer, die auf gleichem Weg unfreiwillig durch Kopfsturz
 in die Höhle gelangen, dann aber auch eine Reihe von Tieren, die
die Höhle absichtlich aufsuchen als Schlupfwinkel oder als Nahrungsquelle
 (Schnaken, Fliegen, Spinnen, Weberknechte u. a.). Es war gewiß
nicht grundlos, daß die genannten Wirbeltiere sich mit Vorliebe in der
Nähe der unteren Schachtöffnung aufhielten.
Unfreiwillige Gäste der Höhle waren zweifellos auch die Katzen, die
ich wenigstens in einigen Gerippen feststellte; sie dürften. nicht ohne
Mitwirkung des Menschen hierher gelangt sein.
Als Zufluchtsort benützen die Höhlen natürlich auch Fledermäuse,
die ihre häufige Anwesenheit vor allem durch ihren Kot anzeigen, zuweilen
 auch, durch das Licht aufgeschreckt, den Besucher umflattern.
Sie zur Bestimmung der Art zu fangen, gelang mir erst im November
1913, als sie im Winterschlaf an der Decke der Höhle hingen. Es waren
	        
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