Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 92, 1936)

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Daraus ist zu erklären, daß sie, wenn die äußeren Bedingungen gegeben
waren, an einzelnen Punkten leicht erodiert werden konnte und das
Wachstum lokal unterbrochen wurde. Es fand dann an diesen Stellen
eine zeitlang geschichtete Sedimentation statt.
In den Schwammstotzen selbst ist außer den häufigen Querschnitten
und anderen herausgewitterten Schwammteilen wenig‘an Fossilresten zu
finden. Reicher daran sind Mergellinsen und eingelagerte Schichtbänke,
die fossilreich werden können. Großwüchsige Perisphincten und Physodoceraten
 liegen neben einer reichhaltigen Brachiopodenfauna. Seeigel
und deren Stacheln (Cidarisarten) werden an einzelnen Punkten häufig
aufgefunden. Eine solche dicke Mergellage an der Straße Ditzenbach—
Schonterhöhe enthält großwüchsige, auffallend zusammengepreßte, plattgedrückte
 Perisphineten, Aus solchen Mergellagen stammen folgende
Fossilien:

Perisphinctes Lictor FONT.
breviceps QU.
cf. simoceroides FONT.
Rasenia pseudomutabilis LOR.
„ frifurcata REIN.
Oecotraustes dentatus REIN.
Waldheimia humeralis RÖMER
Terebratula Zieteni LOR.

Terebratula nucleata QU.,
bisuffarcinata QU.
„ Baltzeri HAAS
Rhynchonella lacunosa QU.
Balanocrinus subteres MÜNSTER
Cidaris-Stacheln
Sporadophyle parallela QU.
Porospongia marginata MÜNSTER

Die stark schutterfüllten Bänke in den kleinen Schüsseln, die für
die Abtragung der Schwammbänke zeugen, führen meistens auch eine
reiche Fauna. Große Physodoceraten mit Strebliten, Oppelien, Haploceraten
 und Prosoponiden setzen die Fauna zusammen. Die Fossi 1-Jiste
 mag davon ein Bild geben:

Perisphinctes breviceps SIEMR.
Rasenia striolaris REIN,
Physodoceras unispinosum QU.
„ ° acanthicum OPP.
Streblites tenuilobatus OPP.
Oppelia hemipleura FONT.

Haploceras Fialar OPP.
„ carchtheis FONT.
Terebratula Zieteni LOR.
Rhynchonella lacunosa QU.
Prosopon Heydeni VON MEYER

Von Interesse ist der Fund eines gut erhaltenen, becherförmigen
Schwammes. Das Stück wurde zwar aus einem verstürzten Block geschlagen,
 der dem Gesteinshabitus nach aber zweifellos ins ö gehört. Die
Form konnte mit Hilfe der Arbeit von Kois (43) als Porospongia marginata
 Münster (= macropora Qu.) bestimmt werden, Dieser Schwamm
ist nach Ko1s nur in Bruchstücken gefunden worden; ein ganzes Stück
war nicht bekannt. Das Exemplar hat eine unregelmäßige Becherform
mit länglich ovaler Basis; die Oscula bilden kraterförmige Zitzen aus,
die Stauractine ein regelmäßiges quadratisches Netz. An welcher Stelle
er festgewachsen war, konnte nicht entschieden werden, da er, soweit
er aus dem Gestein freigelegt werden konnte, überall gut entwickelte
Oscula aufweist.
            
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