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Obermiozän keine wesentlichen Änderungen mehr erlitten haben und
daß die Tektonik der Erkenbrechtsweiler Halbinsel prävulkanisch ist.
Demzufolge könnten wir auch die Tektonik des Filsgebietes ins Präobermiozän
zurückverlegen, ohne daß uns dabei die morphologische Unausgeglichenheit,
die auch das Gebiet der Erkenbrechtsweiler Halbinsel
charakterisiert (hier handelt es sich allerdings um beträchtlich höhere
Verwerfungsbeträge), im Wege stehen würde. Die Altersfeststellung der
Tektonik in meinem Gebiet ist auch deshalb besonders schwierig, weil
die Sprunghöhen durchweg nieder sind.
Die obersten Weiß-Jura-Schichten (Ulmensisschichten bis Hangende
Bankkalke) mit mehreren 100 m Mächtigkeit fehlen unserem Gebiet.
Diese Tatsache spricht für eine starke Abtragung des Gebiets vor der
Tektonik. Nun konnte Roi. nachweisen, daß eine kräftige Abtragung
schon im Voreozän die Hangenden Bankkalke in den meisten Teilen der
Alb entfernte und im Eozän vollends eine Einebnung erfolgte, Es bliebe
uns also noch das Zeitintervall vom Eozän bis zum Obermiozän. MAYzEr
(49) konnte in dem benachbarten Laichinger Gebiet, für die von Insstetten
nach Treffensbuch verlaufende Kliffstörung, die in der Streichrichtung
mit den ONO verlaufenden Störungen meines Gebiets übereinstimmt,
ein oligozänes Alter wahrscheinlich machen. Mir ist, nach dem
oben gesagten, auch für die Tektonik unseres Gebiets die Zeit vom
Oligozän bis zum Obermiozän am wahrscheinlichsten und im Hinblick
auf die Alpen einleuchtend, H. Punmirr (56) spricht der schwäbischen
Richtung in der Anlage jungmiozänes Alter zu; sie soll jedoch bis in
Jüngste Zeiten nachwirken. HeınzeLmann (39) legt sie als pliozänaltdiluvial
fest.
Bemerkungen zur Morphogenie.
Eine auffallende Erscheinung in vielen Teilen der Alb ist das morphologische
Heraustreten der Schüsseln, in denen geschichtete Sedimente
des oberen Weißen Jura in den Massenkalk eingelagert sind oder waren.
Die Schüsseln sind heute wieder als solche herausgearbeitet und die
Sedimente ganz oder teilweise weggeführt, Die Ausräumung ist z, B, im
Lauchertgebiet nach Roı. im Mittelmiozän erfolgt. Die Erosion geschichteter
Teile und das Stehenbleiben des Massenkalkrandes ist auch
im Laichinger—Blaubeurer Albteil ausgeprägt (49). Hier sind sogar
Subeumelaschichten zum Teil ausgeräumt, also auch die eigentlich in
Restlücken im Massenkalk liegenden Schichten. Im Fils gebietist
bis Westerheim dasumgekehrte Bild vorhanden, Hier
liegen die Schichten der Subeumelazone bis zu den
Ulmensisschichten auf Geländeerhebungen, während
die Mulden und Talläufe überall Massenkalk zeigen. (Ein Blick auf die
geologische Karte 1:50000 Blatt Heidenheim zeigt im Nordteil des
Blattes im Aalbuch überall auch dasselbe Bild.). Warum sind in unserem
Gebiet gerade die mit doch weicheren geschichteten
Sedimenten belegten Restlücken und Muldenfüllungen
in geschlossener Form als Kappen auf den