Volltext : Die Baumeisterin Pallas/ Oder Der in Teutschland erstandene Palladius, Das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii Zwey Bücher Von der Bau-Kunst : Deren Erstes I. Von denen Materialien/ die zu dem Bauen insgemein gehören ... Das Zweyte tractiret I. Von denen Zierrathen der gemeinen Gebäue ... / Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet/ Mit ... dazu gehörigen Figuren erbaulich ausgerüstet/ und Zum erstenmal an den Tag gegeben/ Durch Georg Andreas Böcklern/ Archit. & Ingenieur

Cap.XXVI, Das 1, Buch. 53
2. Die Thüreninnerhalbeines Gebäues/wann dieselbigedrey oder vier Schuhe breit / sollen doppelt
pordie Höhegenommen werden/und in dengrossen SGebäuen/kan man wolfünff oder sechs Schuhe zu der
Breite / und hernach zweymal so viel zuder Höhe nehmen.
3. Oie Fenster sollen weit seyn vier oder vier undein halb/ Jtem fünff Schuh / in den mittelmässigen
 Gebäuen, Jnden gar grossen aber sollen dieselbigen sechs Schuh breit seyn. Die Höhe solle aufs
wenigste doppelt so hoch / als breit seyn/auch ein drittheil/oder Felden Theil mehr als die Breite.
4. Die Fenster-Pfosten/ sollen acht Schuhe und zwey Zoll Höhe haben/ zu den Fenstern/ welche
drey Schuhebreit sind. Die Fenster-Creuß sollen zu vier bis fünff Zoll dik seyn. Was von Holßwerc>
oder Rahmenzu den Fenstern seyn solle / das kan man von anderthalb/bis zwey Zoll breit oder dick machen
Die Fenster-Rahmen 7 sollen aufs wenigste von drittehalb bis drey Zoll indem Steinwer> eingehauen
en
sic) 5. Die Thüren und Fenstergestell sollen niche diker seyn / als das fünffte Theilvon deröselben Desfe
nung und nicht weniger.als das sechste Theil
Das Gespreng deß Fenstergestells ins gemein wird gefunden / wann man die Dickein sechs Theil
heilet/ und.ein Theil von diesen gibtdas Gespreng..
5 jp « BE we 8 EU ISE iSNITÜNSTEN SOBESED SER
Was NXRVI. Sapitel
Xe 044 2: . EG 04
IFon den Fierrathen der Shüren und
Fenster.
- FJemaändie Zierungender vornehmsten Thüren der Gebäu mächen solie / das
9 ian man leichtlich aus dem erkennen/ weldjes uns Virruviusim sechsten Capitel
ZIE, deß vierdten Büchs lehret / samt demesv uns an demselbigen Ort zeiget/ und
2 4 „im Abriß weiset/der.hohwurdigste Barbarus/ und dann.auch aus deine/was
droben in den funff Ordinibus gesaget und gelehret worden z derohalben. solle dis jego
verbleiben/und nurallein von etlichen Wisirungen der Thüren- und Fenster - Zierrathen
der. Gemächer geredet werden; na<deme. sie unterschiedlich gemachet werden/solle auch
angezeiget werden./ wie man ein jegliches Glied insonderheit aufreissen svlle/ daßes seine
rechte Art und gebührliche Ausladung habe,
Die Zierungen so den Thüren und Fenstern gegeben werden / seynd.der Architrav,
das Frieß/ und die Cornice« Der Architravgehet um die Thür herum/und svll al/o dick seyn
als die Pfeiler oder Thürgewende/ welche/wie oben gesagtist/ man nicht geringeralsdas
sechste Theil von der Breiten des Liechtes / noch über das fünffte Theil derseiben machen
solle/und von diesen nimmt das Frieß und die Cornice ihre Grösse- Won-den zweyennachsolgenden
 Inventionen aber/hat die erste/nemlich die obersie/ dieje Massen
Tu der 23. Figur thbeilet.man. den Architrav R. P, V. Qin vier Theil/ und von dreyen
derselbigen machet man die Höhe des Frieß 8.oder T. und von fünffen die Höhe der Cornice
0,N.1.H,K.I.
Ferner theilet man den Architravin zehen Theil; därvonkomimen drey zu der ersten
Fascia (Bandzund vier zu der andern/und die drey übrigen Theil theilet män in fünff / dar
von gibt man zwey dem Regolo (Riem oder Band) und diedrey übrigen/.der Gola Riverlä
oder umgekehrten Kehl / welches man sonst das Incavolaro nennet. Ihre Ausladung ist
eben sv großals ihre Höheist. Der Orlooder Klotz ladetaus etwas weniger als er di> ist,
Das Intavolaro wird auf diese Weise gerissen : Män ziehet eine gerade Lini A, Bs wels
dhe sich in den Terminisoder Endungendesselbigen/ und dem Orlo (Klot)/ und über der andern
 Fascia (Band) endet/ die wirdin der Mitte getheilet in G, und gemacht/ daß ein ches
derseiben Theil die Basis eines Triangulivonzweyen gleichen Seiten see / und in den Win»
>kel/ der gegen über der Balis stehet/wird der unbewegliche Fuß deß Zir&els gesetzet/ und die
krummen Linien gezogen/welche gedachtes Incavolaromachen. - ]
Das Frieß ist drey Theil von den vieren deß Architravs / und wirdverzeic<net mit ei?
hem Theil deß Zirc>els/ so geringerist/als derhalbe Zir>el / nemlich ein Sechstheilder Cir»
eumferenß/und mit seinem EF wird es gerad uber das Cimacio ( das Gesims ) deß Archis
sravs gerichtet.

SV: IA
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.