Cap.XXVI, Das 1, Buch. 53
2. Die Thüreninnerhalbeines Gebäues/wann dieselbigedrey oder vier Schuhe breit / sollen doppelt
pordie Höhegenommen werden/und in dengrossen SGebäuen/kan man wolfünff oder sechs Schuhe zu der
Breite / und hernach zweymal so viel zuder Höhe nehmen.
3. Oie Fenster sollen weit seyn vier oder vier undein halb/ Jtem fünff Schuh / in den mittelmässigen
Gebäuen, Jnden gar grossen aber sollen dieselbigen sechs Schuh breit seyn. Die Höhe solle aufs
wenigste doppelt so hoch / als breit seyn/auch ein drittheil/oder Felden Theil mehr als die Breite.
4. Die Fenster-Pfosten/ sollen acht Schuhe und zwey Zoll Höhe haben/ zu den Fenstern/ welche
drey Schuhebreit sind. Die Fenster-Creuß sollen zu vier bis fünff Zoll dik seyn. Was von Holßwerc>
oder Rahmenzu den Fenstern seyn solle / das kan man von anderthalb/bis zwey Zoll breit oder dick machen
Die Fenster-Rahmen 7 sollen aufs wenigste von drittehalb bis drey Zoll indem Steinwer> eingehauen
en
sic) 5. Die Thüren und Fenstergestell sollen niche diker seyn / als das fünffte Theilvon deröselben Desfe
nung und nicht weniger.als das sechste Theil
Das Gespreng deß Fenstergestells ins gemein wird gefunden / wann man die Dickein sechs Theil
heilet/ und.ein Theil von diesen gibtdas Gespreng..
5 jp « BE we 8 EU ISE iSNITÜNSTEN SOBESED SER
Was NXRVI. Sapitel
Xe 044 2: . EG 04
IFon den Fierrathen der Shüren und
Fenster.
- FJemaändie Zierungender vornehmsten Thüren der Gebäu mächen solie / das
9 ian man leichtlich aus dem erkennen/ weldjes uns Virruviusim sechsten Capitel
ZIE, deß vierdten Büchs lehret / samt demesv uns an demselbigen Ort zeiget/ und
2 4 „im Abriß weiset/der.hohwurdigste Barbarus/ und dann.auch aus deine/was
droben in den funff Ordinibus gesaget und gelehret worden z derohalben. solle dis jego
verbleiben/und nurallein von etlichen Wisirungen der Thüren- und Fenster - Zierrathen
der. Gemächer geredet werden; na<deme. sie unterschiedlich gemachet werden/solle auch
angezeiget werden./ wie man ein jegliches Glied insonderheit aufreissen svlle/ daßes seine
rechte Art und gebührliche Ausladung habe,
Die Zierungen so den Thüren und Fenstern gegeben werden / seynd.der Architrav,
das Frieß/ und die Cornice« Der Architravgehet um die Thür herum/und svll al/o dick seyn
als die Pfeiler oder Thürgewende/ welche/wie oben gesagtist/ man nicht geringeralsdas
sechste Theil von der Breiten des Liechtes / noch über das fünffte Theil derseiben machen
solle/und von diesen nimmt das Frieß und die Cornice ihre Grösse- Won-den zweyennachsolgenden
Inventionen aber/hat die erste/nemlich die obersie/ dieje Massen
Tu der 23. Figur thbeilet.man. den Architrav R. P, V. Qin vier Theil/ und von dreyen
derselbigen machet man die Höhe des Frieß 8.oder T. und von fünffen die Höhe der Cornice
0,N.1.H,K.I.
Ferner theilet man den Architravin zehen Theil; därvonkomimen drey zu der ersten
Fascia (Bandzund vier zu der andern/und die drey übrigen Theil theilet män in fünff / dar
von gibt man zwey dem Regolo (Riem oder Band) und diedrey übrigen/.der Gola Riverlä
oder umgekehrten Kehl / welches man sonst das Incavolaro nennet. Ihre Ausladung ist
eben sv großals ihre Höheist. Der Orlooder Klotz ladetaus etwas weniger als er di> ist,
Das Intavolaro wird auf diese Weise gerissen : Män ziehet eine gerade Lini A, Bs wels
dhe sich in den Terminisoder Endungendesselbigen/ und dem Orlo (Klot)/ und über der andern
Fascia (Band) endet/ die wirdin der Mitte getheilet in G, und gemacht/ daß ein ches
derseiben Theil die Basis eines Triangulivonzweyen gleichen Seiten see / und in den Win»
>kel/ der gegen über der Balis stehet/wird der unbewegliche Fuß deß Zir&els gesetzet/ und die
krummen Linien gezogen/welche gedachtes Incavolaromachen. - ]
Das Frieß ist drey Theil von den vieren deß Architravs / und wirdverzeic<net mit ei?
hem Theil deß Zirc>els/ so geringerist/als derhalbe Zir>el / nemlich ein Sechstheilder Cir»
eumferenß/und mit seinem EF wird es gerad uber das Cimacio ( das Gesims ) deß Archis
sravs gerichtet.
SV: IA