Full text: Die Baumeisterin Pallas/ Oder Der in Teutschland erstandene Palladius, Das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii Zwey Bücher Von der Bau-Kunst : Deren Erstes I. Von denen Materialien/ die zu dem Bauen insgemein gehören ... Das Zweyte tractiret I. Von denen Zierrathen der gemeinen Gebäue ... / Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet/ Mit ... dazu gehörigen Figuren erbaulich ausgerüstet/ und Zum erstenmal an den Tag gegeben/ Durch Georg Andreas Böcklern/ Archit. & Ingenieur

Cap-XXVIL, Das 1,.Büch. 55 
wee . + : MES ASERTUN SINO Lid 2. 0: EEE in 
Von diesen zweyen andern Fnventionen wirdder Architrav der ersten somit-F;bezeich- 
netist/gleichfalls in vier Theil getheilet/von dreyund einem Viertheilmacht man die Höhe 
deß Frieß/und von fünffen die Höhe der Cornice/deß Karniß. Es wird der Architrav in 
acht Theil getheilt/fünf; gehören dem Plano oder derBlatten/und drey zu dem Cimacio oder 
Gesims/welches auch in acht Theilgetheilet wird/drey gibt man dem Incavolaro , und drey 
dem Caverto oder Hohlfehlen/und dreydem Orlooder Kloß, 
Die Höhe der Cornice Etheilt man in sec<hsTheil/von zweyen macht män die Gola diricta 
oder aufrechte Kehl/ mit ihrem Orlo oder Kloß/und von einemdas Incavolaro. Darnach 
theilet mangemeldte Gola oder Kehlinneun Theil / und von diesen nimmt man acht Theil/ 
diesegeben das Gocciolacoio (den Trauff)/ und Gradetto ( dieuntersich hängende Blatte )/ 
das Altragolo (Staboder Wellen)/ oder Tondino(das Stäblein). Uber das Frießist das 
dritte Theil von einem obbemeldtensec<hsten Theil/und was zwischen dem Goccialaroio oder 
anm / und Tondino dem Stäblein/ übergelassen wird/ bleibet dem Caverto oder Hohl- 
Fehl. 
JInderandern Inventionwirdder Architrav/mit Hverzeichnet/invier Theilgetheilet/ 
und von drey undeinem halben machtman die Höhe deß Frieß/und von den fünffen die Hds 
he der Cornice oder Karniß. | 
Man theilet den Archifrav in acht Theil/darvon kömmen fünff Theil zu dem Ebenen 
oder Blatten (Falcie) und drey zu dein Gesims oder Cirvmacio. 
Der Cimacio oder das Gesiins wird in sieben Theilgetheist/ von einem wird das Astra- 
galum (das Stäblein oder Wellen) gemacht / und dasübrige theilet man wiederum auf 
das neue in a<t Theil/drey gibt man der Golariverla oder umgetehrten Kehl / drey dem 
Caverco der Hohlfehl / undzween dem Orlooder Kloß. 
Die Höhe der Cornice G wird in sechs und drey Viertheil getheilet / von drey macht 
man das Incavolaro, Dentello(Zähne) und Ovolo (diehalbrunde VBlatteoder das Aug). 
Das Inavolaro haf eben so hoch Ausladung als es di ist, Das Dentello ( die Kälber- 
Zähne) vonden drey Theilen seiner Höhe zween/ unddem Ovolo (dder Aug): vonden vier 
Theilen drey/und von den drey Viertheln wird das [natavolarogemacht / zwischen der Gola 
Fehl/unddem Gocciolaroiozund dieandern drey Theiltheiletmaän in siebenzehen/darvon 
geben neun die Golaoder Kehl / und das Orlo oder Klotz/ undachk das Gocciolaroio den 
Trauff. Diese Cornice odev.Karnißbekommt ebensoviel Ausladung als sie dick ist/wiedie 
obengejeßteauch: Sihe Fig. 240 
gejeß EUR Dek Bishicher Palladius, 
" & j 8 
- BWöcklers Sugabe, 
GE dergünstige Leser Vorbesagtes noch besser verstehen möge/so seßen wir demselbigen nachfolgendes 
Exempel/und Erklährung desselbigen/durch die hieneben gestellte 2 5.Figur vor: | 
' Fndieser Figur wird vorgestellet/nachobgeseßter Proportion/die Höheund Breiteeiner Thür / diese 
begehret man/vorbeschriebenex Massen/ mit geühtichen Zierrathen/ der Bau-Kunsigemäß/einzufassen 3 
dieseszu verrichten/ so theilee man die Breiteder Thür / nemlich ab in sechs Dheil/ diese sechs Theilnimt 
iman doppelt zu der Höhea c oder bd. darvon ist hi das Mittel von der Höhe a c oder bd. und € das 
Maiktel von der Breite ab. * | ME 
Wann nun zu dieser Shür ein Architrav/Frieß/und Karniß/gemachet werden solle3 so führet man 
den Archifray um die Thür folgender gestaltherum? Erstlich suchet man die Höhe des Architravs/welche 
man sindet/wannm' man dieBreite der Shür in sechs gleiche.Sheiltheilet/wiezuvor gesaget worden/ darvon 
gibt eim Sechsrheil die Breifedes Archifravs r-q.! Die Gsliedmassett desselbigen werden folgender gestalt 
gemachet: Moantheilet dieganße Höheoder Breitedes Architravs rq bey 3 und k in zehen Sheil/.dar- 
vongeben.drey Theil daserste Band q. und vier Theil das zweyte Band u. das übrige Spatium o k 
theile man ferner in fünff Theil/daxvon geben drey Sheil das Intavolatooder Golariverla die umgefehr 
fe Kehl p, und bleiben die andern zwey Sheilzu derm Rego19 oder Blatten rs 
Das Frieß zu finden: So theile man die Höhedes Architravs g kinvier Theil/därvon geben dreh 
Theil k 1 die Höhe des Frieß 5. undfünf dieser Theil 1m das Katniß.  . 
Das Frieß zu formiren/ so wird dasselbige näch proportionirker Sirkelkundting gemächet/wie auf deni 
23. Kupfferblat bey der grössern Figur umständig zu schem 
Das Karnieß oder die Cornice wird auffolgende Weise mitihren Sliedmassen gemächt? Nächdemne 
mandie Höhe des Katnieß/ vorgelehrfer massen/gesunden / so eheilet man ein Fünsfffheil von Um In fihs 
Dheil/
	        

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