Full text: Die Königliche Bergakademie zu Clausthal, ihre Geschichte und ihre Neubauten

Als 1851 der Maschinendirektor J. C. Jordan seine Lehrtätigkeit aufgab, 
wurde der Unterricht in der Mechanik von seinem Sohne, dem Baugehilfen 
A, Jordan, übernommen, während die Physik zwischen Roemer und Borchers 
verteilt wurde. Seit 1851 trug Roemer auch Rechtsenzyklopädie und Bergrecht vor. 
Das am 21. Dezember 1852 erlassene »Regulativ über die Heranziehung von 
Beamten für den technischen Dienst des oberharzischen Berg- und Hüttenwesens« 
übte auf die Weiterentwicklung der Bergschule, wie wir im nächsten Abschnitt 
sehen werden, einen wesentlichen Einfluß aus, insofern es von den höheren tech- 
ıischen Beamten Gymnasialbildung und dreijähriges Bergschulstudium verlangte, 
Der Aufschwung, welchen die Bergschule infolge dieses Regulativs nahm, war aber 
schon im gegenwärtigen Zeitraum (1844—1853) wohl vorbereitet. 
So sieht der im Jahre 1851 aufgestellte Lehrplan für diejenigen Bergschüler, 
welche ein drittes Jahr in der ersten Klasse bleiben, nicht nur analytische Chemie 
ınd Probierkunst vor, sondern auch einen erweiterten Unterricht in der Physik 
und Mechanik (Maschinenlehre). 
Besonders aber verstand es Roemer, das Interesse für die Wissenschaft, das 
ihn selbst beseelte, auf seine Schüler zu übertragen. In welchem Maße ihm das 
zelang, zeigt die eifrige Teilnahme seiner Schüler an seinen wissenschaftlichen Ar- 
beiten”). 
Am 18. Mai 1848 wurde von Clausthaler Bergschülern »zur wissenschaftlichen 
Unterhaltung und gegenseitigen Belehrung« der Verein Maja gegründet, welcher 
noch heute blüht. Roemer selbst führt die Entstehung dieses Vereins auf die 
‚on ihm ausgegangene wissenschaftliche Anregung zurück, wenn er am 9. Februar 
1851 schreibt: »Ihres Vereines Entstehung habe ich freudig begrüßt, weil ich 
darin, vielleicht mit zu viel Eigenliebe, einen Beweis sah, daß mein Vortrag über 
Mineralogie und Geognosie mir Gelegenheit gegeben, in Ihnen mehr Sinn für 
Wissenschaft und Naturkunde zu wecken, als dies früher, bei der Geschäftsüber- 
häufung meines Vorgängers, möglich gewesen. Ich habe bisher gehofft, daß sich 
in Ihrem Vereine immer die Fähigeren und Fleißigeren der Bergbaubeflissenen zu- 
sammenscharen, bei tüchtiger praktischer Ausbildung zugleich das Wissenschaft- 
liche im Auge behalten und auf diese Weise eine Pflanzschule für recht tüchtige 
und gebildete Bergbeamte bilden würden ...« Die Schüler Roemers, welche 
Material zu dessen Arbeiten lieferten, waren auch Mitglieder der Maja; indem sie 
»den Öberharz unter sich aufteilten« und durchforschten, legten sie zugleich den 
Grund zu den reichhaltigen Sammlungen des Vereins, welche seit 1903 im eigenen 
Heim untergebracht sind”). 
‘) Vgl. das vom ı. September 1850 datierte Vorwort zu seinen »Beiträgen zur geologischen 
Kenntnis des nordwestlichen Harzgebirges«. 
°) Vgl. Just, Zur fünfzigjährigen Jubelfeier des Berg- und Hüttenmännischen Vereins Maja in 
Zlausthal (Berg- und Hüttenmännische Zeitung 1898, S. 185—187).
	        

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