Full text: Die Königliche Bergakademie zu Clausthal, ihre Geschichte und ihre Neubauten

wesehs. Seine Hauptleistung besteht in der Konstruktion der beiden (1830 bzw. 
835 vollendeten) Wassersäulenmaschinen im Silbersegener Richtschacht bei Claus- 
thal, die er selbst in Karstens Archiv für Mineralogie usw., Bd. ı0 (1837) be- 
schrieben hat; daran schloß sich eine dritte Wassersäulenmaschine zu Lautenthal 
an, deren Beschreibung der Oberbergrat Jugler im Notizblatt des hann. Archi- 
;ekten- und Ingenieurvereins 1853/54 lieferte. In einem amtlichen Bericht aus 
Jdem Jahre 1835 heißt es, »daß jene Wassersäulenmaschinenanlage (im Silbersegener 
Schacht) zu den gelungensten ihrer Art zu zählen ist und das Werk unstreitig mit 
zu denen gehört, welche in neuester Zeit den Ruf des Harzes im Auslande auf 
die hohe Stufe gestellt haben, deren er sich jetzt erfreut«, 
Nachdem die ersten (1753) von Winterschmidt auf dem Harze ausgeführten 
Wassersäulenmaschinen durch sogenannte Radkünste wieder verdrängt worden 
waren, hat Jordan Wassersäulenmaschinen des Reichenbachschen Systems mit 
wesentlichen Verbesserungen für den Bergbau ausgeführt und zwar unter schwie- 
rigen Umständen, welche bei den Reichenbachschen, überall zu Tage aufgestellten 
Maschinen nicht vorhanden waren; er hat zum ersten Male die Idee einer Hinter- 
wassersäule (eines hydraulischen Balanciers) zum Ausgleich der Gestängemassen 
beim Niedergang verwirklicht‘). 
Johann Ludwig Jordan (geb. 6. Juni 1771 zu Göttingen, gest. 1. Mai 1853 
zu Osterode) studierte auf der Universität seiner Vaterstadt Chemie, Mineralogie 
usw. und trat 1799 mit der von der Göttinger Fakultät gekrönten Preisschrift 
»De elementis regni animalis et vegetabilis« an die Öffentlichkeit. Der Berghaupt- 
mann von Meding, dem Jordan von dessen Lehrer Gmelin angelegentlich 
empfohlen worden war, zog ihn im Jahre 1800 unter folgender Begründung nach 
dem Harze: »Es kann ...von sehr guten importanten Folgen für den Gang der 
üttenarbeiten und deren Verbesserung sein, wenn ein in der zunehmenden Kultur 
der Wissenschaft mit fortgehender guter Chemiker sie in der Nähe beobachtet; 
die Wissenschaft und die Technik können in gleichem Maße dabei gewinnen .... 
Außerdem ist es’ mir aber auch sehr wünschenswert, bei dem eintretenden hohen 
Alter des Bergcommissarii Ilsemann nachgerade wieder zu einem Subjekte zu 
kommen, durch welches das äußerst nützliche, ja ganz unentbehrliche Institut für 
die Unterweisung ‘junger Berg- und Hüttenoffizianten nach seinem. Ableben fort- 
zusetzen sei.« Jordan wurde zunächst angewiesen, sich mit dem Hütten- und 
Bergwesen bekannt zu machen; 1802 wurden ihm die Geschäfte des Münzwardeins 
interimistisch und 1814 definitiv übertragen. Diese Stelle bot Jordan nur 
einen sehr geringen Wirkungskreis, der ihn nicht befriedigte; der Berghauptmann 
rühmt zwar »seine wirklich ausgebreiteten Kenntnisse und seinen exemplarischen 
Fleiß «, glaubt aber, da er nicht für die Geschäfte tauge, ihn nicht für einen wirk- 
sameren Posten vorschlagen zu können. 
‘) Rühlmann in der allg. deutschen Biographie. 
Zu
	        

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