Full text: Die Königliche Bergakademie zu Clausthal, ihre Geschichte und ihre Neubauten

:iimer der fiskalischen Werke, von den dem Bergschulverein angehörigen Gewerk- 
schaften und Besitzern der Privat- und Kommunionwerke getragen, 
Derjenige Paragraph des Statuts vom 20. März 1869, welcher als Unterrichts- 
gegenstände der Bergakademie im wesentlichen nur die technischen Fächer, da- 
zegen in Geognosie, Chemie usw. nur Repetitorien und Übungen im Laboratorium 
vorsieht, ist zum Glück für die Akademie nicht ausgeführt worden, dank der Auf- 
opferung der Dozenten, welche, obwohl sie durch den ihnen infolge der Reorgani- 
sation mitübertragenen Unterricht an der Bergschule ohnehin stark belastet waren, 
aus freiem Antriebe die durch das Statut von 1869 abgeschafften Vorlesungen über 
Chemie, Mineralogie, Geognosie, Physik, Mechanik usw. in der früheren Weise 
hielten. 
Was damals auf dem Spiele stand, geht aus folgender Stelle aus einem Ge- 
such der Dozenten an den Minister vom 29. Dezember 1869 hervor: 
»zm Jahre 1867 traf die hiesige Bergakademie der harte Schlag, daß drei 
Dozenten, deren berühmter Name den Ruf der Anstalt wesentlich erhöht hatte, 
fast gleichzeitig ihre Tätigkeit aufgaben‘). ... An Stelle dieser älteren berühmten 
Männer wurden junge Kräfte gesetzt, welche zwar ihre Pflicht als akademische 
Lehrer zu ‚erfüllen imstande waren, welchen aber der berühmte Name abgeht. 
Zu derselben Zeit wurde... das für die hiesige Akademie so sehr schädliche 
xerücht durch Wort und Schrift verbreitet, dieselbe würde aufgehoben werden. 
Wir haben diesem Gerüchte niemals Glauben geschenkt... 
Trotzdem mußte das Scheiden der genannten berühmten Männer und nament- 
lich das Gerücht von der Aufhebung der Bergakademie bei der hiesigen Bevöl- 
kerung und dem Lehrerkollegium einen sehr trüben Eindruck machen und die 
Furcht erwecken, daß, vorzüglich durch die Wirkung des erwähnten Gerüchts, der 
Besuch der Akademie sich so vermindern würde, daß dadurch in Ew. Exec. die 
Überzeugung entstehen könnte, die Clausthaler Bergakademie sei nicht lebensfähig.« 
Durch das Statut vom ı2. Dezember 1873 wurde die infolge des Eintretens 
der Dozenten niemals zur Tatsache gewordene Beschränkung auf die technischen 
Fächer auch formell aufgehoben. 
Obwohl die Akademie mit dem Ausscheiden Roemers um eine Lehrkraft 
verkürzt worden war und der so geschwächte Lehrkörper neben der akademischen 
Lehrtätigkeit auch noch fast den ganzen Unterricht an der Bergschule erteilen 
mußte, fand eine Vermehrung der Zahl der Lehrkräfte trotz der Vorstellungen 
von Groddecks nicht statt. Auch am 7. Juni 1874 betonte der vorgesetzte 
Minister noch, »daß im allgemeinen nach wie vor daran festgehalten werden 
müsse, die Wirksamkeit der Bergakademie, innerhalb der ihr bei der statt- 
gehabten Reorganisation gesteckten Grenzen zu pflegen«; nur eine Verstärkung 
‘) Roemer, Kerl, Streng. 
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