Full text: Das Königliche Katharinenstift zu Stuttgart

yedeckt wird, betrug nach dem Etat für 1897—98 für die Lehr- 
anstalt 16700 M., für die Pension 3500 M., zusammen 20200 M. 
In das höhere Lehrerinnen seminar sind in den 24 Jahren 
seines Bestehens 519 Schülerinnen eingetreten, und zwar weitaus 
zum grössten Teil in der Absicht, darin die Ausbildung zu Lehre- 
rinnen und Erzieherinnen zu erhalten. Einer Statistik, wie sie 
alle fünf Jahre dem Königl. Ministerium des Kirchen- und Schul- 
wesens übergeben wird und letztmals am 1. Dezember 1895 vor- 
zelegt wurde, entnehmen wir folgende Notizen: 
„Die Anstalt wurde am 16. April 1874 eröffnet und ist mit 
lem Katharinenstift organisch verbunden in der Weise, dass 
Jessen Vorsteher (der Königl. Kommissär und der Rektor) die 
Leitung des Seminars unter der unmittelbaren Aufsicht des Kult- 
ministeriums besorgen. Die Aufnahme, welche erst nach zurück- 
yelegtem 16. Lebensjahr erfolgen kann, ist abhängig von einer 
Prüfung, zu der im Januar jeden Jahres in den öffentlichen 
Blättern der Aufruf ergeht und die dann gewöhnlich gegen Ende 
Februar vorgenommen wird; gefordert wird bei derselben kurz 
yesagt der Nachweis über die Aneignung des gesamten Unter- 
vichtsstoffes ciner (mindestens) Oklassigen höheren Müädchen- 
schule. Der Eintritt erfolgt für diejenigen, welche die Prüfung 
bestanden haben, nach Ostern jeden Jahres; die Eintretenden 
verpflichten sich zu einem zweijährigen Kursus. An denselben 
schliesst sich sodann am Beginn des dritten Jahres noch ein 
etwa zehnwöchentlicher Repetitionskurs in einzelnen Fächern an. 
worauf im Juni die staatliche höhere Lehrerinnenprüfung unter 
lem Vorsitz eines Ministerialkommissärs ahgehalten wird, auf 
Grund deren die Zeugnisse über die erlangte staatliche Ermächti- 
zung zum Unterricht an höheren Müädchenschulen ausgestellt 
werden. Von den bis zum Jahr 1895 in 22 Jahreskurse aufge- 
aommenen 4833 Schülerinnen waren 284 frühere Schülerinnen des 
Katharinenstifts und unter diesen wieder 181 Freischülerinnen 
lieser Anstalt. Unter den Schülerinnen stand eine grössere An- 
zahl schon in einem höheren Lebensalter, und manche waren 
schon als Erzieherinnen und Lehrerinnen thätig gewesen, hatten 
aber das Bedürfnis gefühlt, die mangelnde Seminarbildung noch 
nachzuholen. Dem Religionsbekenntnis nach waren 385 evan- 
zelisch, 36 katholisch und 12 israelitisch. Der Heimat nach 
waren 232 aus Stuttgart, 164 aus. dem übrigen Württemberg, 23 
aus dem übrigen Deutschland, 10 aus den ausserdeutschen 
Ländern Europas und 4 aus fremden Erdteilen. Dem Stand nach
	        

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