Full text : Mitteilungen der Geologischen Abteilung des Königlichen Württembergischen Statistischen Landesamts [Nr. 6] (6, 1909 [JVVNW 65, 1909])

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gelagert mit Kalktuff, teils entschieden unter demselben. Andererseits sehen
wir daselbst Neckargerölle durch Kalktuff verkittet, z, B, im Neckarbett am
Rosenstein, am Fuß des Sulzerrains und zwar hoch über den einzelnen Tufflagen;
welche bei den Bohrarbeiten im Wechsel mit Geröllen, Sand- und Tonmassen
durchsunken worden sind. Und später fährt er fort: Im Cannstatter Becken
fehlt dagegen im Neckarbett, . . der Kalktuff gänzlich und im Überschwemmungsgebiete
 des Neckars findet man ihn ., . nur in einzelnen Lagen in der Tiefe beträchtlich
 unter dem Niveau des Neckars und hier im Wechsel mit alten Flußbildungen,
 Am Rande des Beckens aber, am Fluß und an den Abhängen der
Berge, welche dasselbe begrenzen, ist er in zusammenhängenden, weit fortsetzenden
 Massen abgelagert, die in regelmäßige Schichten abgeteilt sind und
stellenweise eine Mächtigkeit von 40‘'—60‘ haben.“
Diese, nachher von v. SEYFFER mehrfach bestätigten Angaben
WALCHNER’S, welche Beobachtungen festhalten, die in den letzten
60 Jahren nicht mehr zu machen waren, sind für die Deutung
des Mitte Cannstatter Beckens als eines in diluvialer Zeit
eingesunkenen Einbruchfeldes von Wert. Vergl. hierzu
S. 13. 16. 20.
Dann spricht WALCHNER, ganz im Sinne anderer Autoren seiner
Zeit (FrRomHERz, RamPoLD), die Vermutung aus, daß Cannstatts Tal
früher einen See gebildet habe, „gestaut durch einen Felsendamm
bei Münster“, fast genau dasselbe, was RamrpoLD unter Beiziehung
von ihm aufgefundener Terrassenschotter bis Plochingen hinauf annahm.
 Erst Dzrrner hat hier (1863) Klarheit geschaffen.
Von Wichtigkeit ist ferner folgender Satz:
„Die gzerrissenen Tuffschichten am Sulzerrain, die nach verschiedenen
Richtungen eingestürzten bei Münster geben einen deutlichen Beweis von späteren,
nach dem Tuffabsatz erfolgten Veränderungen der ursprünglichen Schichtenlage
 an den genannten Punkten.“

Also hat dieser Autor schon im Jahre 1843 klar
erkannt, daß wir hier diluviale Verwerfungen haben.
Daß er fortfährt: „Dabei kann auch der Rand des Beckens
eingerissen, die jetzt bestehende Talspalte durch den Muschelkalk
hindurch entstanden sein, infolgedessen die Wasser abflossen“, ist
fast wörtlich die Ausdrucksweise von FRoMHERZ in seiner ein Jahr
vor WALCHNERS Arbeit erschienenen Abhandlung über angebliche
diluviale Stauseen im Schwarzwald, die durch Aufreißen von „Talspalten“
 sich entleert und deren Wasser als „Diluvialfluten“ gerölleabsetzend
 durchgebrochen sein sollen. Man darf hier wohl an Beeinflussung
 WALCHNERS durch Fromperz denken. ;
Nach einem reichen Fossilverzeichnis folgen nochmals stratigraphische
 Notizen (Il. ce. S. 58 ff.), von denen erwähnt seien:
            
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