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Nun folgt eine sorgfältige Aufzählung derjenigen Punkte, an
denen im Stuttgarter Tal Sauerwasserkalk gefunden wurde.
Zunächst wird der höchste Punkt (Haus Lindenstr. No. 21, 137“
über dem Cannstatter Neckarspiegel) festgestellt, dann einige niedrige
Punkte in der Calwerstraße erwähnt. Daß der Sauerwasserkalk
in der Königstraße fehlt, hat sich damals durch fortlaufende Beobachtungen
erwiesen, die den Zeitraum 1806—1845 umfassen.
Hiermit stimmen die neuesten Beobachtungen wieder völlig
überein, die bei den großen Neubauten der letzten Jahre 1904—08
und bei Einlegung des tiefen Kanals im oberen Teil (Poststraße—Neue
Brücke) im Winter 1905/06 zu machen waren.
Unter dem Marstall fand man „bis auf 40’ nichts als einen
lettichten, mit Sand und Torf vermischten Grund“.
„Außerhalb des Königstores im inneren Schloßgarten wurde im Jahre 1806
ein Graben vom Königstor an bis an die Galgensteige angelegt und in demselben vom
Orangeriehaus an bis halbwegs der Galgensteige ein sehr mächtiges Lager von
meist sehr hartem Sauerwasserkalk aufgedeckt, der bis auf die Sohle des Grabens
herausgeschossen werden mußte, wobei man eine sehr bedeutende Süßwasserquelle
aus dem Sanerwasserkalk hervorsprudelnd entdeckte und in den Höhlungen
des Sauerwasserkalks häufig sehr schöne Drusen von sintrigem Arragonit gefunden
hat, Links von diesem Graben bei der Fundation des Orangeriehauses
im Jahre 1818 fand man auf dem ganzen Bauplatz ein Sauerwasserkalklager
von meist ganz porösen Platten, abwechselnd mit ockergelbem Tuffsand mit
vielen Schnecken, das an einer Ecke, weil es sehr lose war, zur Sicherheit der
Fundamente durchgraben werden mußte, worauf man bei 10‘ Tiefe auf eine mit
Torf und Flußsand vermengte 2‘ mächtige Lettenbank stieß, unter welcher ein
sehr fester, graulich schwarzer Keupermergel lag. Jm Jahre 1835 wurde hinter
dem Orangeriehaus ein Pumpbrunnen gegraben, wobei man einige dünne, ganz
ooröse Schichten Sauerwasserkalk und dann Tuffsand bis auf 18‘ Tiefe durchgraben
mußte, unter der sich eine Lettenbank mit ganz feinem Sand gemengt,
an 7‘ mächtig und unter dieser Keupermergel mit reinem süßem Wasser zeigte,
Bei der Anlage des Schillerfeldes und neuerdings bei den Abgrabungen für die
Reiterkaserne wurde ein hbedeutendes Sauerwasserkalklager aufgedeckt, Von
hier an fehlt dasselbe ganz an den Mühlbergen hinunter bis zu dem Sauerbrunnen
im äußeren Schloßgarten, indem derselbe weder bei der Fundation der Kgl.
Meierei noch beim Graben vom Pumnpbrunnen gefunden wurde.“
Über die weitere Verbreitung des Sauerwasserkalks links vom
Neckar macht v. SEYFFER folgende Angaben:
„Am Fuß des Rosensteins, in der Ebene vom Garten von Bellevue an, treten
sogar bedeutende Bänke von Sauerwasserkalk bis in den Neckar hinein hervor und
in dieser ganzen Ebene zwischen dem Neckar und der Wilhelma und unter der
ganzen Vorstadt von Cannstatt zieht sich derselbe bis anf die sogen. Halden hinter
dieser Vorstadt und nimmt von da die ganze Anhöhe bis Münster, das auf demselben
erbaut ist. und unterhalb dieses Ortes bis in die Nähe des Freiberges ein,“