Vorwort des Herausgebers,
Außer wissenschaftlichen Arbeiten, die zum Naturschutz irgendwelche Beziehungen
haben, enthält Heft 15 der Veröffentlichungen der Württembergischen
Landesstelle für Naturschutz gegenüber früheren Heften einen ausführlichen
Tätigkeitsbericht, sowie eine Beschreibung der einzelnen im Berichtsjahr ins
Reichsnaturschutzbuch eingetragenen Naturschutzgebiete samt Auszügen aus
der jeweils erlassenen Schutzverordnung. Neu ist auch die Aufnahme von
Bücherbesprechungen und die Empfehlung solcher Neuerscheinungen, die für
die Mitarbeiter auf dem Gebiet des Naturschutzes von Wert sind.
Mit der kurzen Abhandlung des Herausgebers über „Das Kliff bei Heldenfingen‘
soll gezeigt werden, welche Bedeutung für die Wissenschaft, für die
Schule und für die Allgemeinheit ein geologisches Naturdenkmal haben kann,
und warum es vor Zerstörung oder Beschädigung geschützt, gleichzeitig aber mit
Rücksicht auf die Allgemeinheit besser erschlossen werden muß, Der wahre
Wert des beschriebenen Naturdenkmals läßt sich erst erfassen, wenn es in den
großen Zusammenhang hineingestellt wird (vgl. S. 9).
Die zweite Abhandlung von Oberforstrat R. LOHRMANN ist der Verbreitung
der Eibein Württemberg und Hohenzollern gewidmet, Es ist bekannt,
daß die Eibe früher viel weiter verbreitet war als heute und daß ihre Standorte
dauernd im Rückgang begriffen waren. Erst die Naturschutzbewegung hat eine
gewisse Wendung in dieser Entwicklung gebracht und die Aufmerksamkeit vor
allem der Forstleute — denen man im übrigen die Erhaltung unserer heutigen
Eibenstandorte verdankt — noch mehr auf die noch gebliebenen Eibenreste
gelenkt, Es war an der Zeit, durch eine planmäßige Umfrage die bekannten
Standorte der Eiben nachzuprüfen und unter Umständen neue zu erfahren.
Dieser Mühe hat sich Oberforstrat LOHRMANN unterzogen, fast sämtliche Standorte
persönlich aufgesucht, photographische Aufnahmen gemacht, die einzelnen
Ergebnisse in einer der Landesstelle überlassenen Karte niedergelegt und die
Hauptergebnisse in diesem Heft mit 20 Bildern veröffentlicht.
Forstmeister H. KOCH und Fräulein Dr. E. VON GAISBERG (die leider inzwischen
verstorben ist), die in Heft 14 dieser Veröffentlichungen eine so schöne
Abhandlung über das Naturschutzgebiet Untereck bei Balingen geliefert haben,
bringen einen Nachtrag dazu und zeigen an Hand eines von Forstmeister
A. MAIER stammenden Bildberichts, wie rasch die Kräfte der Natur ein sich
selbst überlassenes Gebiet erfassen, um wieder einen urtümlichen Zustand herbeizuführen,
Über einen sehr beachtenswerten Fund von Holz und Samen der Wildrebe
im Stuttgarter Neckartal bei Berg berichtet Oberreallehrer Dr. K, BERTSCH.
Dieser Fund gab ihm Anlaß, der Frage des Vorkommens der Wildreben und
den ältesten Funden der Kulturreben nachzugehen und sämtliche Tatsachen
hierüber zusammenzutragen. Er führt alle lebenden Arten auf, sowie die Funde
aus der Tertiärzeit, stellt das Aussterben der Wildreben in der Eiszeit fest und
ihr Wiederauftreten von den jungsteinzeitlichen schweizerischen Pfahlbauten