Vorwort
Karl Bohnenberger hat bei seinem Tod am 29. Oktober 1951 das Manuskript
für dieses Werk hinterlassen. Seit 1942 hatte es ihn beschäftigt;
in ihrer besonderen Art half ihm die Arbeit daran über die Jahre der Not
um 1945 hinweg. Bis in die allerletzte Zeit seines Lebens, als die Schaffenskraft
nachzulassen begann, hat er die unter der Hand seines treuen Helfers
cand, phil. Ulrich Engel entstehende Reinschrift überwacht und,
falls er selber den einzigen ihm angemessen erscheinenden Ausdruck für
ainen Gedanken oder eine Tatsache nicht mehr zu finden vermochte, die
sprachliche Fassung mit seinen Hinweisen und seinem Rat so gewissenhaft
verfolgt, daß er am Ende die Druckerlaubnis für seinen „Rechenschaftsbericht‘‘,
zugleich sein Bekenntnis zur Mundartforschung auf dem
Boden des Stammes, verantworten konnte. An wenigen Stellen hätte er
durch weitere Anmerkungen Einzelheiten gernenoch etwas geklärt; es tut
dem Werk keinen Abbruch, daß er dazu nicht mehr imstande war.
Allen, die sich im Lauf der Jahre mit größerer oder kleinerer Hilfe um
den Lehrer und Freund angenommen haben, darf an dieser Stelle im Namen
des Dahingegangenen gedankt werden; manche von ihnen haben
gleich ihm das Erscheinen nicht mehr erlebt. Die Berechtigung zu solchem
Dank geben zahlreiche Äußerungen des Verstorbenen in persönlichen
Gesprächen der späten Jahre. Besonderer Dank gilt Professor
Peter Goeßler, der als damaliger Vorsitzender der Württembergischen
Kommission für Landesgeschichte Karl Bohnenberger zum 85, Geburtstag
die vorbereitende Unterstützung der Kommission zusagte, als ihn die aussichtslosen
Zeitverhältnisse am Sinn und an der Möglichkeit weiterer Arbeit
fast verzweifeln ließen. Daß nunmehr die Deutsche Forschungsgemeinschaft
durch ihren Beitrag den Druck erst ermöglicht hat, mag als Ehrung
des Gelehrten und seiner Verdienste um die Forschung angesehen werden.
Bei der Drucklegung haben sich durch das Lesen von Korrekturen
bzw. durch die Herstellung des Registers neben dem schon genannten Ulrich
Engel Studienrat Dr.Walther Keinath und Professor Dr. Hugo Moser
verdient gemacht.
Helmut Dölker