Full text: Konstruktion und Gestaltung großer Geschoßbauten in Eisenbeton

für die Deckenkonstruktion einschließlich der Säulen bei quadratischer Achsen- 
teilung, so findet man, daß die Kosten von der Teilung 4,0 x 4,0 m ab auf- 
wärts stetig steigen. Die Steigerung beträgt für jedes Meter Vergrößerung der 
Achsenweite etwa 10 %. 
Diese wirtschaftliche Tatsache ist jedoch nicht allein für die Wirtschaftlich- 
keit des Baues maßgebend. Die Ansicht von der Wirtschaftlichkeit großer 
Achsenteilungen (5,0—8,0 m) geht historisch auf den Industriebau zurück. Die 
wachsende Größe der Werkzeugmaschinen, die größere Freiheit in deren Auf- 
stellung und die bessere Übersicht über die großen Arbeitssäle hat hier zu einer 
weitgehenden Verminderung der Stützen geführt. Dies ist ein wirtschaftlicher 
Gesichtspunkt, dessen Wert gegenüber dem konstruktiven Mehraufwand ab- 
gewogen worden ist. 
Die Ansicht von der Wirtschaftlichkeit großer Spannweiten muß also dahin- 
gehend eingeschränkt werden, daß die Vorteile einer großen Achsenteilung 
sich in den einzelnen Fällen gegenüber den Mehrkosten der Konstruktion als 
berechtigt erweisen müssen. Der Architekt muß also allgemein beim Entwurf 
von großen Geschoßbauten, wenn er wirtschaftlich bauen will, die engste 
Achsenteilung ermitteln, die mit der Bestimmung des Baues in Einklang zu 
bringen ist. Hierbei wäre, wie oben erwähnt, 4 m als Mindestteilung festzuhalten. 
Dies Vorgehen ist auch insofern wichtig, als von der Spannweite die Höhe der 
Träger und damit die Nutzhöhe der Geschosse abhängig ist. Die Anwendung 
unnötig großer Spannweiten nötigt zur Vergrößerung der Geschoßhöhe und 
damit bei einer etwa durch Zonengesetz beschränkten Gesamthöhe des Baues 
zur Verminderung der Geschoßzahl. 
Der konstruktive Grundsatz von der engsten möglichen Achsenteilung ist, 
unabhängig von der Achsenteilung des Gerippes, noch besonders auf die Achsen- 
teilung der Außensäulen anzuwenden. Selbst wenn der Architekt für die Auf- 
teilung der Innenräume einen Säulenabstand etwa von 6 m oder von 8 m als 
zweckmäßig festgestellt hat, muß er bei den Außensäulen erneut die Frage 
aufwerfen, welche engste Teilung er hier mit Rücksicht auf die geplante Füll- 
wand oder auf die Belichtung wirtschaftlich wählen muß. 
Wo der zwischen die Außensäulen gespannte Randträger nicht nur die Füll- 
wand, sondern auch Deckenlasten zu tragen hat, ist nach dem erwähnten 
Konstruktionsgrundsatz die Unterteilung der oben genannten für das Gerippe 
gewählten großen Achsenteilungen durch weitere Säulen als relativ wirtschaft- 
lich geboten. Ob eine oder zwei Zwischensäulen zu wählen sind, hängt von 
der Größe der Hauptteilung und der besonderen Belastung des Randträgers 
durch die Deckenkonstruktion ab. Die Gliederung der Außenwand läßt sich 
dann rein konstruktiv aus dem inneren Organismus des Skelettes heraus ent- 
wickeln. 
So ergeben sich z. B. bei einer Hauptachsenteilung von 6,0—7,5 m aus den 
verschiedenen Deckenkonstruktionen die in Abb, 20. 21 und 22 skizzierten 
Frontgliederungen. 
Gliederung I (Abb. 20): Die Hauptachsenteilung ist 6 m. Die Decken- 
konstruktion ist frei oder mit Trägern von 3 m Abstand normal zur Frontwand 
auf diese abgestützt. Es ist wirtschaftlicher, eine Zwischensäule in der Front-
	        

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